Der 27. Juni war ein bitterer Tag für deutsche Fußballfans. Im Weilerhau saßen 650 traurige Menschen. Foto: Thomas Krämer.

Der 27. Juni war ein schwarzer Tag für Fußballfans. Doch was bedeutet das frühe WM-Aus der Deutschen für die Public-Viewing-Veranstalter? Machen sie trotzdem weiter?

Filderstadt - An den Bierbänken saßen um die 650 Fußballfans, 650 traurige Fußballfans, wie sich herausstellen sollte. Der 27. Juni war kein guter Tag für Deutschland. Jogis Jungs sind erstmals in der Geschichte nach der WM-Vorrunde ausgeschieden. „Die Stimmung war bis zum Abpfiff in der 99. Minute gut, die Hoffnung auf einen – wenn auch späten – Sieg, war stets da“, sagt Stefan Hörz. „Erst nach dem 2:0 war allen Fans klar, wir sind raus. Das war’s jetzt.“ Hörz hat für die Stadt Filderstadt ein Public Viewing im Weilerhau organisiert. Und er war davon ausgegangen, dass diese Woche wieder deutsche Fans vor die große Leinwand strömen, um sich das Achtelfinale mit deutscher Beteiligung anzuschauen. Tja, war wohl nichts. Was bedeutet das historisch frühe Ausscheiden der Nationalmannschaft für die Public-Viewing-Veranstalter?

Für Hörz war von Anfang an klar: Auch bei einem Aus für die deutsche Nationalmannschaft geht die Übertragung im Weilerhau weiter. „Die Weltmeisterschaft findet ja nur alle vier Jahre statt, Grund genug also für alle Fußballfans, auch nach der traurigen Niederlage die anderen Spiele zu verfolgen“, sagt er. Deshalb geht es am Montag, 2. Juli, weiter mit der Achtelfinalpartie Brasilien gegen Mexiko, die von 16 Uhr an live übertragen wird. Am Tag drauf wird ebenfalls von 16 Uhr an das Spiel Schweiz gegen Schweden gezeigt. Und warum flimmerten die beiden ersten Achtelfinals vom Wochenende nicht über die Leinwand? „Wir übertragen bewusst nur zwei der vier Achtelfinalpartien, weil wir den deutschen Weg mitgehen wollten“, erklärt Hörz. „Wir zeigen also alle Spiele, die die Deutschen hätten spielen können – oder sollen“, sagt der Organisator. Deshalb wird auch das Viertelfinale am Freitag, 6. Juli, gezeigt. „Wir haben ein tolles Rahmenprogramm mit diversen Bands und Ständen mit Snacks und Getränken“, sagt er. Zudem gibt es bindende Verträge mit den Bands.

Bangen um den Erfolg der Veranstaltung

Das Gelände bietet Platz für knapp 2000 Fußballfans. Voll war es nie. Beim deutschen Auftaktspiel gegen Mexiko am 17. Juni waren laut Hörz um die 700 Gäste da, beim Spiel am 23. Juni gegen Schweden waren es 500. Was, wenn sich die Ränge nach dem deutschen Aus noch schleppender füllen? „Wir sind fest davon ausgegangen, dass Deutschland bis zum Ende dabei bleibt“, sagt Hörz. „Jetzt müssen wir einfach darauf hoffen, dass weiterhin zahlreich Gäste kommen.“ Das Bangen um den deutschen Sieg wird nun also von der Hoffnung auf Erfolg für die Veranstaltung abgelöst. „Wir werden das Programm durchziehen und nach dem Finale Bilanz ziehen“, sagt Hörz.

Das Public Viewing im Weilerhau kostet keinen Eintritt, es wird finanziell von rund 35 Sponsoren gestemmt, sie decken die Kosten für die Security, die Absperrungen, die Gema und die Werbung. Alles in allem kommen 30 000 Euro zusammen. „Ohne die Sponsoren wäre das Ganze gar nicht möglich gewesen“, sagt Hörz. Die Einnahmen aus Getränken und Speisen werden laut Hörz in einem Topf gesammelt und im Anschluss an Vereine verteilt. Das Geld ist für die Jugendförderung gedacht. Wie viel am Ende übrige bleibt, wird sich dann nach dem Finale am 15. Juli zeigen.

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