Sonnenlicht zieht die Menschen ins Grüne. Nun produziert der Körper wieder mehr Glückshormone, die auch während des Flirtens ausgeschüttet werden. Foto: Rudel

Nach einem langen, kalten Winter freuen sich die meisten darauf, endlich wieder im Park auf der Wiese zu entspannen oder die Zeit draußen genießen. Die Frühlingsgefühle haben einen nun so richtig im Griff. Was hinter diesem Phänomen steckt, erklärt Psychologin Marion Stelter.

Stuttgart - Warme Sonnenstrahlen haben die Menschen bereits Anfang Februar ins Freie gelockt und ließen die gute Laune steigen. Einige machen dafür die sogenannten Frühlingsgefühle verantwortlich. Doch was steckt überhaupt hinter diesen Gefühlen und warum sind sie mit dafür verantwortlich, dass die Flirtlaune zunimmt? „Mit den steigenden Temperaturen haben die Frühlingsgefühle nichts zu tun. Das ist eher ein psychologischer Effekt, dass es draußen angenehmer wird“, sagt Marion Stelter, Psychologin für Paarberatung und Sexualtherapie in Stuttgart. Es sei das Licht, worauf der Körper reagiert und nach den kürzeren Tagen im Winter vermehrt die Glückshormone Endorphin und Serotonin im Körper produziert.

„Je mehr wir dem Sonnenlicht ausgesetzt sind, desto aktiver sind die Hormone“, sagt Stelter. Der Effekt verstärke sich zudem, wenn die Menschen während den dunklen Monaten wie im Dezember und November wenig natürliches Licht sehen. Scheint die Sonne wieder länger, sorge das für eine Aufbruchstimmung. Man werde aktiver und gehe nach draußen.

„Im Park wird es wieder voller. Die Chancen, jemanden kennenzulernen, erhöhen sich“, sagt die 39-Jährige und fügt hinzu, dass sich Singles nun animierter fühlen, einen Partner zu suchen oder auch nur zu flirten. „Denn es macht einfach Spaß,“ sagt Stelter. Außerdem werde der eigene Selbstwert bestätigt, da während des Flirtens die Glückshormone zunehmen. Zusätzlich bringe die luftige Kleidung, die die optischen Reize erhöht, gute Laune.

Frühlingsgefühle gibt es nicht überall auf der Welt

Im Gegensatz zu hier können die Menschen rund um den Äquator kurze Hosen oder Röcke das ganze Jahr über tragen. Das bedeute jedoch auch, dass sie dort keine Frühlingsgefühle kennen. Denn der Wechsel zwischen sonnenintensiven und dunklen Jahreszeiten existiert in dieser Zone nicht.

Auch wenn in Europa die sonnenarmen Tage durch künstliches Licht verlängert werden, ändert das nichts am Aufkommen von Frühlingsgefühlen. Denn nur Sonnenstrahlen könnten Frühlingsgefühle auslösen. Wenn man jedoch bemerkt, dass alle anderen besser gelaunt sind, als man selbst, sprechen manche von einer Frühlingsmüdigkeit. „Die gibt es eigentlich nicht.“ Hat man trotzdem das Gefühl man ist energielos oder hat eine saisonale Depression, dann empfiehlt Stelter regelmäßige Spaziergange oder draußen zu joggen. – „Hauptsache Licht tanken, am besten kombiniert mit Bewegung.“

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