Psycho-Leiden: ein Überblick Wenn die Seele krank ist

Von Markus Brauer 

Ist die Seele im Gleichgewicht, ist sie  weniger anfällig für äußere (exogene) und innere (endogene) Foto: Olga Lyubkina/Fotolia
Ist die Seele im Gleichgewicht, ist sie weniger anfällig für äußere (exogene) und innere (endogene) Foto: Olga Lyubkina/Fotolia

Immer mehr Deutsche fühlen sich ausgebrannt und erschöpft. Die Grenze zwischen Befindlichkeitsstörung und echter Erkrankung ist fließend. Depressionen und Zwangsstörungen gelten als Volkskrankheit. Doch was sind die Ursachen? Eine Übersicht.

Stuttgart - Psychische Krankheiten werden heute sehr viel häufiger diagnostiziert als noch vor wenigen Jahrzehnten. Die Grenzen zwischen Befindlichkeitsstörung und echter Krankheit sind fließend, der Spielraum für Diagnose und Therapie groß. Hier eine Übersicht über schwere und häufig auftretende psychische Erkrankungen:

INFO: ICD-10

Die internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme (ICD, „International Statistical Classification of Diseases and Related Health Problems“) ist das wichtigste, weltweit anerkannte Diagnoseklassifikationssystem der Medizin. Die aktuelle Ausgabe des von der Weltgesundheitsorganisation WHO herausgegebenen Manuals ist ICD-10 in der Version von 2012. In Deutschland sind Ärzte und von ihnen geführte Einrichtungen verpflichtet, Diagnosen nach ICD-10 zu verschlüsseln. Man findet den ICD-10 im Internet unter: www.icd-code.de/icd/code/ICD-10-GM-2015.html

Schizophrenie ( ICD-10, Kapitel V, F20-29)

Schizophrenie, schizotype und wahnhafte Störungen gehören zu einer Gruppe schwerer psychischer Erkrankungen mit ähnlicher Symptomatik. Im Akut-Stadium treten Probleme der Wahrnehmung, des Denkens, Gefühls- und Gemütslebens (Affektivität) sowie des seelischen Antriebs (Psychomotorik) auf.

Bisher konnte keine eindeutige Ursache ermittelt werden. Wahrscheinlich ist ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren (multifaktoriell) verantwortlich.

Charakteristisch ist das Hören von Stimmen sowie der Wahn, verfolgt oder kontrolliert zu werden. Das Denken ist nur in akuten Krankheitsphasen gestört. Die Symptome deuten weder auf eine mangelnde Intelligenz noch hirnorganische Krankheit hin.

In Europa sind bis zu ein Prozent der Menschen betroffen. Das Risiko zu erkranken ist für Männer und Frauen ähnlich hoch. Die Beschwerden können sich zurückbilden, Rückfälle sind allerdings immer wieder möglich.

Die Behandlung mit speziellen Medikamenten (Psychopharmaka wie Antipsychotika, Neuroleptika) ist Grundlage der Therapie, die vor allem die Auswirkungen der Erkrankung wie Halluzinationen lindern soll. Ganz wichtig: Neuroleptika machen nicht abhängig!

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