Schnelle Träume auf Rädern: Am 26. April ist Saisonauftakt bei der Motorworld. Foto: Eibner/Cheung

An diesem Sonntag, 26. April, lädt die Motorworld zum Saisonauftakt. Um die besten Parkplätze läuft ein Voting – und die Stadt mahnt zur Ordnung.

Was in der Modewelt der Laufsteg ist, das ist für Fans schneller und hochwertiger Autos das Freigelände vor der Motorworld Region Stuttgart. Dort, auf dem Böblinger Flugfeld, findet am Sonntag, 26. April, von 11 bis 17 Uhr wieder der alljährliche Saisonauftakt statt. Bei diesem Schaulaufen auf Rädern ist vom Oldtimer bis zum Supersportwagen alles dabei. Auch Biker oder die treuen Anhänger bestimmter Marken und Baureihen kommen bei dem Stelldichein zusammen.

 

Auf der Händlermeile und in der Motorworld präsentieren zahlreiche Anbieter ihre oft aufwendig getunten Fahrzeuge. Außerdem gibt es ein vielfältiges Angebot an Zubehör, Pflege- und Reinigungsprodukten, Accessoires, Bekleidung, Lifestyleartikeln und Dienstleistungen. Auch der ADAC ist regelmäßig mit einem eigenen Stand vertreten. Damit auch die ganze Familie etwas von dem Spektakel hat, ergänzen verschiedene Attraktionen für Kinder sowie Gastronomiebetriebe und Foodtrucks das Angebot.

Mehr als 10 000 Menschen kommen jedes Jahr aufs Flugfeld, um schöne Fahrzeuge zu sehen oder selbst damit gesehen zu werden. Wie Paparazzi die Hollywoodstars auf dem Roten Teppich umschwärmen, so umkreisen sogenannte CarSpotter hier jeden Lamborghini, Ferrari, Porsche oder was immer sonst ihnen an Luxusautos vor die Linse kommt.

Besonders begehrt sind Super- oder Hypercars

Besonders begehrt sind sogenannte Super- oder Hypercars. In der Vergangenheit sorgten beispielsweise ein Maserati MC 12 oder ein Aston Martin Valkyrie für Aufsehen beim Saisonauftakt. Übrigens sind es nicht mehr nur Verbrenner, für die das Autoliebhaber-Herz bei solchen Events brennt. Elektrofahrzeuge ziehen mittlerweile ebenfalls neugierige und staunende Blicke auf sich – so wie im vergangenen Jahr der als Einzelstück gebaute Audi S1 e-tron quattro Hoonitron.

Audi S1 e-tron quattro Hoonitron ist ein speziell für den verstorbenen Driftkünstler Ken Block entwickeltes vollelektrisches Einzelstück. Foto: Eibner-Pressefoto

Die Organisatoren der Motorworld befeuern dieses Festival der automobilen Eitelkeiten noch, indem sie im Vorfeld ein Community-Voting veranstalten, bei dem Autobesitzer sich einen Show-Parkplatz direkt vor der Motorworld sichern können. Voraussetzung dafür ist ein entsprechend hoher Rang bei der Internet-Abstimmung. Auf diese Weise kann die Fangemeinde selbst bestimmen, welche Fahrzeuge unmittelbar auf dem Gelände parken dürfen. Da die Parkplätze für den Andrang längst nicht mehr ausreichen, gibt es zudem einen Shuttle-Service.

Der PS-Kult rund um die Hallen des einstigen Landesflughafens treibt teilweise kuriose Blüten – zum Beispiel in Form spontaner Auspuffrohr-Konzerte mit auf maximale Lautstärke getunten AMG-Modellen oder amerikanischen Muscle Cars.

Wenn die Performance-Auspuffanlagen röhren, strömen die Massen. Foto: Eibner-Pressefoto

Weil mancher Autonarr in diesem Umfeld auch gerne mal über das Ziel hinausschießt, gibt die Motorworld auf ihrer Homepage schon einmal vorbeugend einige Regeln und Regieanweisungen aus. „Das Driften, Burnout-Fahren oder ähnliches Verhalten ist auf dem Gelände strengstens untersagt und wird nicht toleriert“, heißt es dort zum Beispiel. Wer sich nicht an diese Ansage hält, riskiert, vom Sicherheitspersonal sofort vom Gelände verwiesen zu werden – ohne Rückerstattung der Parkgebühren.

Die Behörden bitten um eine „gesittete Abfahrt“

Ähnliches gilt auch für das Verhalten der PS-Fans auf den Straßen und Wegen rund um das Gelände bis hin zur Autobahn A 81. Hier gab es in den vergangenen Jahren immer wieder Vorfälle, die sich am Ende als Verkehrsdelikt im Polizeibericht oder in Form einer Beschwerde beim Böblinger Ordnungsamt wiederfanden.

Das ging so weit, dass die Stadtverwaltung den Motorworld-Verantwortlichen den Saisonausklang im vergangenen Herbst aus Sicherheitsgründen untersagte. Nun hat man sich Vorfeld zusammengesetzt. „Es haben umfangreiche Gespräche stattgefunden“, berichtet der städtische Pressesprecher Peter Lausch, „auf deren Grundlage wurde die Genehmigung erteilt.“ Ein Sicherheitskonzept liege vor, insbesondere um Unfälle zu vermeiden. „Gefährlich wird es immer dann, wenn sich Menschen unberechtigterweise auf Fahrbahnen oder zwischen sich bewegenden Fahrzeugen aufhalten“, so Lausch.

„Die Behörden haben uns eine gesittete Abfahrt ohne Gefährdung von Fußgängern und Carspottern auferlegt“, mahnen deshalb die Veranstalter und verweisen auf die „einzelnen, aber unvernünftigen und heftigen Vorfälle“, die der Motorworld in der Vergangenheit negative Schlagzeilen eingebracht hatten. „Wir bitten um Verständnis, aber wer aus der Reihe tanzt, wird von allen Folgeveranstaltungen ausgeschlossen“, lautet deshalb die unmissverständliche Warnung der Organisatoren an alle, die sich nicht an das Motto „Safety first“ halten wollen.