Vor dem Landgericht Stuttgart muss sich ein 45-jähriger Mann wegen Raubes, Erpressung und Verstoßes gegen das Waffengesetz im Rems-Murr-Kreis verantworten. Der Mann wurde in Winnenden gestellt, die Polizei entdeckte bei ihm auch einen Elektroschocker.
Nur gut eine Viertelstunde lang hat der Prozessauftakt wegen schweren Raubes, räuberischer Erpressung und Verstoßes gegen das Waffengesetz vor der 18. Großen Strafkammer gegen einen 45-jährigen Mann gedauert. Nach der Anklageverlesung wurde der Prozess unterbrochen, da der vom Gericht bestellte Sachverständige verhindert war. Auch am zweiten Prozesstag am 7. August wird das so sein, demnach wird das Verfahren voraussichtlich erst vom 23. August an in seine entscheidende Phase gehen. Das Urteil soll dann am 30. August verkündet werden.
Die Staatsanwaltschaft wirft dem 45 Jahre alten Angeklagten vier Straftaten vor, von denen die erste am schwersten wiegen dürfte. Demnach soll der Mann in der Nacht zum 8. November des vergangenen Jahres in der Wohnung eines anderen Mannes diesem eine durchgeladene Schreckschusspistole an die Schläfe gehalten und mit einer Machete bedroht haben, mit der Aufforderung „gib mir alles“. Dabei habe er dem Wohnungsbesitzer mit der Machete an der Hand eine oberflächliche Verletzung zugefügt.
Ein junger Mann wird seinen E-Scooter los
Durch die Bedrohung beeindruckt soll der Mann erlaubt haben, dass der Angeklagte die Wohnung durchsucht. Dieser habe schließlich 250 Euro Bargeld, einen Ring, einen Ausweis und ein Smartphone mitgenommen und dem Wohnungsinhaber gedroht, er werde ihn umbringen, wenn er die Polizei rufe.
Knapp zwei Stunden später ist der Mann laut Anklage in Winnenden dann an der Kreuzung Karl-Krämer-Straße und Palmerstraße aufgekreuzt. Dort verlangte er demnach von einem jungen Mann, ihm seinen E-Scooter zu geben. Zur Untermauerung seiner Forderung soll er auch ihm die Schreckschusspistole an den Kopf gehalten haben. Auch der junge Mann sei durch die Bedrohung derart eingeschüchtert gewesen, dass er dem Angeklagten den E-Scooter im Wert von rund 500 Euro überlassen habe.
Im Januar dieses Jahres sei der 45-Jährige zudem, so heißt es in der Anklage weiter, in der Backnanger Straße in Winnenden wenige Meter mit einem Auto gefahren, ohne im Besitz eines Führerscheins zu sein. Ein Polizist habe dies bemerkt und sei eingeschritten. Bei der Durchsuchung des Autos habe die Polizei im Handschuhfach ein Elektroschockgerät gefunden. Als die Beamten anschließend die Wohnung des Mannes im Haus seiner Eltern durchsuchten, sollen sie zudem eine Schreckschusspistole, zwei Macheten, einen Gehstock mit mehreren verborgenen Klingen sowie rund zwei Gramm Amphetamin sichergestellt haben.