Der Verurteilte hat die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft weitgehend eingeräumt. Foto: dpa

Weil er mit einer Sechsjährigen Szenen aus Pornofilmen nachgespielt hat, muss ein 39-Jähriger aus Göppingen hinter Gitter.

Göppingen - Das Landgericht Ulm hat einen 39-jährigen Mann aus Göppingen am Freitag zu einer vierjährigen Gefängnisstrafe verurteilt. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Mann im Jahr 2016 ein damals sechsjähriges Mädchen mehrfach sexuell missbraucht hat. Der vierjährige Bruder war in mindestens einem Fall zugegen und hat seinen Eltern schließlich davon erzählt.

Der Mann kannte die Kinder über deren Mutter. Die 26 Jahre alte Frau hatte ihm an mehreren Wochenenden ihre Kinder zur Obhut anvertraut. In seiner Wohnung hat sich der nun Verurteilte dann an dem Mädchen vergangen. Mit Süßigkeiten und Drohungen hat sich der Sozialhilfeempfänger das Mädchen gefügig gemacht, um mit ihm Szenen aus Pornofilmen nachzustellen. Ein Gutachter attestierte dem Mann „beschränkte geistige Fähigkeiten“.

Bei der Entscheidung über das Strafmaß hat das Gericht berücksichtigt, dass der Angeklagte in der Verhandlung ein weitgehendes Geständnis abgelegt hatte. Dadurch war dem inzwischen achtjährigen Kind eine Befragung vor Gericht erspart geblieben. Die Staatsanwaltschaft hatte eine Haftstrafe von fünf Jahren beantragt, die Verteidigung drei Jahre und sechs Monate. Das Mädchen ist heute in einem Heim untergebracht, weil ihre Mutter laut Jugendamt mit der Betreuung überfordert ist. Die psychischen Folgen des Missbrauchs seien gravierend, berichtete eine Erzieherin als Zeugin.

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