Trump wird beschuldigt, dass er seine Chancen auf die Präsidentschaft 2016 durch die Zahlungen verbessern wollte. Foto: AFP/SPENCER PLATT

Im Strafprozess gegen Donald Trump im Zusammenhang mit Schweigegeldzahlungen an eine Pornodarstellerin ist der Ex-Anwalt des ehemaligen US-Präsidenten in den Zeugenstand getreten. Die Vernehmung gilt als ein Wagnis für die Anklage.

– Im Strafprozess gegen Donald Trump im Zusammenhang mit Schweigegeldzahlungen an eine Pornodarstellerin ist der Ex-Anwalt des ehemaligen US-Präsidenten in den Zeugenstand getreten. Das berichteten mehrere im Gericht anwesende Medien am Montag übereinstimmend. Vom zentralen Zeugen Michael Cohen verspricht sich die Staatsanwaltschaft, dass dieser eine direkte Verbindung zwischen Trump und Zahlungen an Pornostar Stormy Daniels herstellt. Auch Trump persönlich war im Saal.

Die Vernehmung von Trumps Widersacher Cohen gilt als ein Wagnis für die Anklage: Der heute 57-Jährige hatte schon 2018 auch wegen seiner Rolle bei eben jenen Schweigegeldzahlungen an Daniels auf schuldig plädiert - und unter anderem wegen Falschaussagen eine Haftstrafe abgesessen. Auf die Geschworenen könnte er deshalb nicht glaubwürdig wirken. 2018 war Trump noch US-Präsident und wurde von der Staatsanwaltschaft nicht strafrechtlich verfolgt.

Die Staatsanwaltschaft in New York beschuldigt Trump, dass er seine Aussichten auf einen Erfolg bei der Präsidentschaftswahl 2016 durch die Zahlung von 130 000 Dollar an die Pornodarstellerin verbessern wollte. Obwohl die Zahlung selbst nicht illegal war, soll Trump bei der Erstattung an Cohen Unterlagen manipuliert haben, um den wahren Grund der Transaktion zu verbergen.

Erster Strafprozess gegen Ex-Präsidenten

Dies ist der erste Strafprozess gegen einen ehemaligen Präsidenten in der Geschichte der Vereinigten Staaten. Trump könnte eine mehrjährige Freiheitsstrafe drohen, die zur Bewährung ausgesetzt werden könnte, oder eine Geldstrafe. Dieser Prozess könnte sich auf den Wahlkampf in den USA auswirken. Trump, der im November erneut als Präsident kandidieren möchte, hat auf nicht schuldig plädiert.