Drei Männern werden vor dem Landgericht Stuttgart Überfälle auf eine Bank und einen Geldtransporter vorgeworfen. Die Vorfälle in Backnang waren im Sommer 2024, Beute gab es in beiden Fällen nicht – weil die ausgesuchten Personen souverän reagierten.
Kaum länger als eine halbe Stunde hat der Auftakt im Prozess gegen drei Männer gedauert, denen die Staatsanwaltschaft versuchten schweren Raub und versuchte schwere räuberische Erpressung in Backnang vorwirft. Laut Anklage hatte ein 24-jähriger Angeklagter mit Sonnenbrille und einer Perücke am 11. Juli des vergangenen Jahres die Filiale einer Sparkasse in Backnang betreten. Als er an der Reihe war, soll er einen Bankbeamten mit einer Softairpistole bedroht und von diesem Geld gefordert haben. Der Mann habe sich aber geweigert, Geld herauszugeben und habe einen sogenannten stillen Alarm ausgelöst.
Zum Mitmachen erpresst
Der 24-Jährige habe daraufhin die Bank verlassen und sei zum Fluchtauto gerannt, in dem die anderen beiden Angeklagten gewartet hätten. Diese, ein 47-Jähriger und dessen 24-jähriger Sohn, sollen den Plan für den Überfall entworfen sowie Brille und Perücke besorgt haben. Laut Anklage haben sie den dritten Angeklagten zur gemeinsamen Tat gezwungen, indem sie gedroht haben, Unwahrheiten über ihn zu verbreiten, die die Beziehung zu seiner Freundin gefährden könnten.
Am 24. Juli vorigen Jahres sollen alle drei Angeklagten dann vor der Filiale eines Lebensmittelladens mit ihrem Fluchtauto gewartet haben, bis der Bote eines Geldtransporters mit einem Koffer zu seinem Fahrzeug kam. Plan sei es gewesen, dem Mann den Koffer, der rund 53 000 Euro Bargeld enthielt, zu entreißen. Zu diesem Zweck habe einer der Männer den Mann mit Pfefferspray besprüht. Der Überfall schlug aber fehl, da der Bote zwar ein Brennen in Gesicht und Augen verspürte, aber noch seine Waffe ziehen und auf die Angeklagten richten konnte. Diese sollen dann mit ihrem Fahrzeug geflohen sein, an dem gefälschte tschechische Kennzeichen angebracht gewesen seien. Da auch ein 79-jähriger Kunde des Ladens von dem Reizgas erfasst wurde, lautet die Anklage zudem auf Körperverletzung.
Gespräch zur Verständigung
Nach der Anklageverlesung zogen sich Richter des Landgerichts Stuttgart, Staatsanwalt und Verteidiger für Verständigungsgespräche zurück. Ein mögliches Ergebnis soll am nächsten Verhandlungstag am 25. Februar bekannt gegeben werden. Das Urteil könnte voraussichtlich am gleichen Tag verkündet werden.