Das Urteil am Landgericht Stuttgart soll am 9. Dezember gesprochen werden. Foto: Bernd Weißbrod/dpa

Ein 43-Jähriger kann im Drogenprozess vor dem Landgericht Stuttgart mit einer Haftstrafe von rund vier Jahren rechnen.

Im Prozess um Handel mit Betäubungsmitteln im großen Stil gegen einen 43-jährigen Mann aus Stuttgart sind Richter, Staatsanwaltschaft und Verteidigung zu einer Prozessverständigung gekommen. Die Prozessbeteiligten einigten sich auf einen Strafrahmen zwischen drei Jahren und neun Monaten als Untergrenze und vier Jahren und drei Monaten als Obergrenze für den Fall eines umfassenden Geständnisses, das der Angeklagte dann auch ablegte.

 

Der 43-Jährige räumte ein, vor allem in den Jahren 2019 und 2020 umfangreiche Geschäfte mit Marihuana und Kokain gemacht zu haben, um sich eine Einnahmequelle von Dauer und einigem Umfang zu sichern. Nach den Berechnungen der Anklagebehörde hat der Mann rund 80 Kilogramm Marihuana sowie ungefähr 60 Kilogramm Kokain gekauft und weiterverkauft. Angeklagt sind insgesamt 43 Taten. Für das Kilogramm Kokain hat er im Schnitt 30 000 Euro verlangt, für ein Kilogramm Marihuana 3000 Euro.

Drogenbande treibt ihr Unwesen

Laut Anklage war er Teil einer Bande mit mehreren Komplizen, die das Rauschgift für ihn entgegennahmen, portionierten und verkauften. Zudem soll er weitere Unterstützer gehabt haben, die seine Drogengelder in den Wirtschaftskreislauf gebracht haben und seine Geschäfte damit erst lukrativ machten. Darüber hinaus hätten zu der Bande Fahrer und Beifahrer gehört sowie Komplizen, die ihre Wohnungen als Drogendepots zur Verfügung gestellt hätten.

Die Tatorte waren ganz überwiegend in Stuttgart, aber auch in Böblingen und in Vaihingen/Enz. Die Kontakte zu Käufern und Verkäufern kamen teilweise über Kryptohandys und den verschlüsselten Messengerdienst Sky ECC zustande. Im September 2020 wurden allein 44,5 Kilogramm Marihuana aus Berlin geliefert und weiterverkauft, im Oktober 2020 noch einmal 21 Kilogramm. Bei einzelnen Kokaingeschäften seien teilweise Summen von 135 000 und 160 000 Euro geflossen. Zuletzt hatte der Angeklagte im August vergangenen Jahres 1,4 Kilogramm Kokain verkauft.

Polizei wird in Wohnung fündig

Bei der Durchsuchung einer Bunkerwohnung in Stuttgart fanden Polizisten im Februar dieses Jahres 1,2 Kilogramm Kokain. In der Wohnung des Angeklagten stießen Beamte bei der Durchsuchung unter anderem auf Feinwaagen, Portioniergeräte, Funkgeräte und sogar Wanzenfinder sowie 54 000 Euro Bargeld.

Der Prozess wird am 3. Dezember fortgesetzt, das Urteil soll nach derzeitigem Stand am 9. Dezember verkündet werden.