Protokollchefin Maxi von Bleyle (links) stimmt die CDU-Vorsitzende und Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer auf den 45. Dekra-Dialog ein. Foto: Christof R. Sage

Sie ist ein Organisationsgenie und bestens vernetzt in der Welt der VIPs: Maxi von Bleyle, 67, holte jetzt zu ihrem letzten Dekra-Dialog die CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer nach Stuttgart. Es war ein Abend mit Überraschungen.

Stuttgart - Wenn sie ruft, kommen alle. Von Günther Oettinger bis Angela Merkel, von Winfried Kretschmann bis Dieter Zetsche: Maxi von Bleyle hatte alle auf ihrem Podium. Seit 32 Jahren arbeitet die quirlige Protokollchefin und Eventmanagerin bei der Dekra, seit 20 Jahren organisiert sie den Dekra-Dialog für ein meist hochkarätiges Auditorium. „Die Maxi“, wie sie von ihren Freunden (und das sind viele) genannt wird, ist bekannt dafür, dass sie selbst dann Ruhe bewahrt und alles im Griff behält, wenn mehrere Dinge gleichzeitig bei ihr aufschlagen. „Multitasking“ nennt man das auf Neudeutsch. Die 67-Jährige, die Ende des Jahres eine der führenden Prüfgesellschaften der Welt verlässt, um sich bestimmt nicht zur Ruhe zu setzen, ist quasi Meisterin in der Mehrfachaufgabenperformance.

Was die Höhepunkte in ihrer langen Tätigkeit für die Dekra waren? Auf welche Gäste sie beim Dialog in der Dekra-Zentrale besonders stolz ist? „Ach“, antwortet Maxi von Bleyle auf ihre unnachahmlichen Art, „ich schau doch nicht zurück in die Vergangenheit – ich schau nach vorn!“

Warum die Dekra-Zentrale zum Nabel vom Saarland wurde

Nach vorn – das ist ihre Selbstständigkeit im PR-Bereich, die im neuen Jahr für die Frau mit dem Kurzhaarschnitt ansteht, die viel jünger wirkt, als sie ist. Für ihren 45., ihren letzten Dekra-Dialog hatte sie bereits Anfang des Jahres die CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer gewonnen. Als die 57-Jährige im Sommer dann auch noch Verteidigungsministerin wurde, hatte die Dekra-Protokollchefin befürchtet, die viel beschäftigte Politikerin könne womöglich für Stuttgart absagen. Aber nein! Einer Maxi von Bleyle sagt man sowieso nicht ab.

Wie klein die Welt ist, zeigte sich am Donnerstagabend in der grün beschienenen Dekra-Zentrale in Stuttgart-Vaihingen. Es gab ein überraschendes Treffen. Just am selben Abend hielt Bundesverfassungsrichter Peter Müller, als früherer Ministerpräsident vom Saarland der direkte Vorgänger von Frau Kramp-Karrenbauer, einen Vortrag im Clubrestaurant von Gourmetkoch Markus Bischoff, das sich im Dekra-Stammsitz befindet, nur wenige Schritte vom Vortragssaal des Dialogs entfernt. Der Bürokomplex mit dem bunten Teppichboden an der Handwerkstraße war nun plötzlich zum Nabel des Saarlands geworden.

Vier-Augen-Gespräch mit dem früheren MP Peter Müller

Nach ihrem Vortrag und der Beantwortung von Fragen der Gäste zog sich die CDU-Chefin mit ihrem Vorgänger Müller zum Gespräch unter vier Augen in ein Nebenzimmer des Restaurants zurück. Vor der Tür standen die Leibwächter. Kurz nach 22 Uhr kam AKK heraus. Nach Berlin musste sie nicht sofort zurück. Übernachtet hat die Ministerin in einem Hotel in Filderstadt.

Im Foyer ließen es sich derweil die über 200 Gäste beim Büfett gut gehen. Der Dekra-Dialog dient immer auch zum Netzwerken. Gesehen: Unternehmer Hans Peter Stihl, Alt-OB Wolfgang Schuster, Bürgermeister Martin Schairer, Binder-Optik-Chef Helmut Baur, Christoph Dahl, der Geschäftsführer der Landesstiftung, der frühere Südwestbank-Chef Wolfgang Kuhn, Konzertveranstalter Michael Russ, die Rennfahrerlegende Hans Herrmann, der frühere Staatssekretär Matthias Kleinert, Rainer Lang, der Vorsitzende der Pressestiftung, Regionalpräsident Thomas Bopp, Phoenixhallen-Chefin Stefanie Stoll, die Speisemeisterei-Betreiber Jochen Bayer und Alexander Scholz, Kunsthändler Frank Zimmermann, Professor Gerhard Zeidler, Ehrenpräsident des Dekra-Präsidialrats, u. v. a.

Für Sentimentalitäten hat sie keine Zeit

Die letzten Besucher gingen gegen Mitternacht nach Hause. Und wieder mal hat es die agile Maxi von Bleyle geschafft, dass ihre Gäste sagten, es sei ein schöner Abend gewesen. Ob sie nicht Wehmut gespürt hat bei ihrem letzten Dialog? Fällt es ihr nicht schwer, damit aufzuhören? „Aber nein“, winkt die langjährige Protokollchefin ab. Für Sentimentalitäten hat sie keine Zeit. Viele neue Pläne treiben Maxi von Bleyle an. Mit 67 Jahren ist noch lang noch nicht Schluss. Man wird von ihr hören. Garantiert mit neuen Überraschungen.

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