Protest gegen Bundesparteitag Mit dem Beamer gegen die AfD in Stuttgart

Von Sven Ullenbruch 

Am Donnerstagabend haben Aktivisten in Stuttgart das Protest-Wochenende gegen die AfD eingeleitet, die am Sonntag ihren Bundesparteitag auf der Landesmesse Stuttgart abhält. Wer hinter der Aktion steckt und an welchen Orten sie stattfand, erfahren Sie hier.

Stuttgart - Laptop, Beamer, Stromgenerator - mehr brauchen die AfD-Gegner an diesem Abend nicht. So ausgerüstet postieren sie sich zu später Stunde vor dem Stuttgarter Hauptbahnhof. Nach wenigen Minuten ist schon von weitem zu sehen, worum es geht: „Solidarity for all #noafdstgt“ steht in riesigen Buchstaben auf dem Uhrturm. Kurz darauf taucht unter dem Mercedes-Stern der nächste bunte Slogan auf: „Refugees welcome“.

Am Donnerstagabend war es nur eine Handvoll Aktivisten, die aus der Dunkelheit ihren Protest gegen die „Alternative für Deutschland“ (AfD) auf den Bahnhofsturm projizierte. Mehr Kunst als Kampf. Am Samstag werden es Hunderte sein, die auf die Straße gehen – womöglich Tausende.

„Wir wollen mit der Aktion die Proteste gegen den Bundesprogrammtag der AfD einläuten“, erklärt Judith Kissel von der Interventionistischen Linken (IL). Die Organisation ist ein Zusammenschluss von etwa 30 linken Gruppen aus dem gesamten deutschsprachigen Raum. Den Bahnhofsturm habe man sich als Wahrzeichen der Landeshauptstadt ausgesucht, erklärt Kissel. „Denn hier kommen die Menschen an, die Schutz in unserer Gesellschaft suchen.“ Dass sich die AfD gegen Flüchtlinge, den Islam, Homosexuelle und Geringverdiener richte, sei hinreichend bekannt. Wenn sich die Partei am Samstag auf der Landesmesse in Leinfelden-Echterdingen trifft, will die Interventionistische Linke deshalb Flagge zeigen. Vor allem bei der großen Bündnisdemo am Nachmittag. Auch mit den geplanten Blockaden vor dem Tagungsort der AfD sei man solidarisch.

Begnügen wollen sich die Linken damit aber nicht. Deshalb huschten sie am Donnerstagabend vom Bahnhof zum Stuttgarter Landtag. Und tauchten auch dessen Gebäude ins Licht ihres Protest-Beamers. „Die neoliberale Politik der vergangenen Jahrzehnte hat Keile in unsere Gesellschaft geschlagen, die die Bevölkerung jetzt in die Arme der Rechtspopulisten treiben“, kritisiert Judith Kissel. Es brauche Kämpfe für bezahlbaren Wohnraum und gegen Sozialabbau. Man wolle deshalb zeigen, dass eine gerechtere, solidarische Gesellschaft möglich sei – allerdings nur ohne die AfD.

Lesen Sie jetzt