Auch Beschäftigte aus Ludwigsburg und Singen beteiligten sich an den Protesten. Foto: Susanne Mathes

Am Dienstag beteiligten sich auch Belegschaften aus Baden-Württemberg an den Protesten. Aus dem Werk Ludwigsburg, das zum Jahresende dicht gemacht werden soll, und aus Singen waren Mitarbeiter in Vevey.

Vevey - „Manchmal gibt es Momente, in denen man weiß, dass etwas Historisches beginnt“, rief Peter Schmidt, Europa-Betriebsratsvorsitzender von Nestlé, vor der Konzernzentrale am Genfer See. „Heute ist so ein Tag. So etwas haben die da oben noch nie erlebt“, sagte er mit Blick auf die Chefetagen.

Rund 450 Beschäftigte aus den deutschen Nestlé-Standorten waren in Sternfahrten zur Zentrale aufgebrochen, aber auch Beschäftigte und Gewerkschafter aus der Schweiz, aus Frankreich, England, Irland, selbst aus Australien, Indonesien oder Uruguay beteiligten sich an den Protesten. Sie wollten ein Zeichen gegen die Gewinnmaximierungspolitik des Konzerns setzen, die unter anderem das Aus für das Caro-Kaffee-Werk besiegelte.

Internationaler Protest in Vevey

Das Werk wird zum Jahresende geschlossen, die Produktion soll nach Portugal verlegt werden. Ende 2017 war das Werk in Mainz dicht gemacht worden. Renditeziele von 18,5 Prozent seien unmoralisch, prangerten Vertreter der Gewerkschaften Nahrung, Genuss und Gaststätten (NHG) und der Schweizer Gewerkschaft Unia an.

Seitens des Nestlé-Managements äußerte sich den Beschäftigten gegenüber niemand, allerdings wurde eine Delegation in das von Security-Leuten bewachte Gebäude vorgelassen, um 17.000 Protest-Unterschriften zu überbringen. Andreas Zorn, Nestlé-Gesamtbetriebsratsvorsitzeder für Deutschland, kündigte an, es werde weitere Aktionen geben, „um dem Management und den Aktionären zu zeigen, dass der Bogen überspannt ist und es so nicht mehr weitergeht“.

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