Cassandra Steen mag eindrückliche Kunst wie die Skulptur „Denkpartner“. Foto: Ines Rudel

In dieser Serie stellen wir Prominente und ihre Lieblings-Kunstwerke in der Region Stuttgart vor. Heute: Die Sängerin Cassandra Steen. Sie fühlt sich vom 800 Kilogramm schweren „Denkpartner“ inspiriert.

Esslingen - Jeder, der nach 1980 schon mal am Börsenplatz in Stuttgart vorbeigefahren ist, kennt die Skulptur: Zwei Unterarme ragen aus dem Boden, auf den Händen gestützt der Kopf eines nachdenklichen Mannes. 800 Kilogramm wiegt dieser Bronzekoloss des Schweizer Bildhauers Hans-Jörg Limbach.

Der in Ostfildern (Kreis Esslingen) lebenden Sängerin Cassandra Steen hat es die über zwei Meter große Bronzeplastik namens „Denkpartner“ nicht nur wegen ihrer enormen Größe, sondern vor allem wegen der Nachdenklichkeit im Blick des Mannes angetan. „Ich erinnere mich noch genau: Schon als ich die Skulptur zum ersten Mal gesehen habe, habe ich sie sofort als Aufforderung zum Nachdenken wahrgenommen“, so die 37-Jährige. „Außerdem finde ich es toll, dass diese Skulptur so zentral im öffentlichen Raum steht und für jeden zugänglich ist – so sind viele Menschen angehalten, sich mehr Gedanken zu machen und ab und zu mal innezuhalten. Das finde ich sehr wichtig in unserer heutigen hektischen Zeit“, sagt die international erfolgreiche Sängerin.

Mit Freundeskreis und Max Herre fing alles an

Es ist zwar ein reiner Zufall, eine nette Episode ist es aber allemal: Die auffällige Plastik und Cassandra Steen sind gleich alt. Im Vergleich zur Skulptur kommt die Soulsängerin allerdings ganz schön viel rum in der Welt: „Derzeit sind wir auf Promo-Tour für unser neues Glashaus-Album namens ,Kraft‘, im Herbst bin ich dann mit meinem Projekt ,Disney In Concert‘ auf Tour. Parallel arbeite ich an einem neuen Soloalbum, was ebenso mit vielen Reisen verbunden ist“, erzählt Cassandra Steen aus ihrem Alltag als gefragte Musikerin.

Angefangen hat Cassandra Steens Karriere bereits im Jahr 1997: Mit dem Musiker Max Herre sang sie Lieder für die Stuttgarter Hip-Hop-Pioniere Freundeskreis im Duett. Zudem begleitete sie die Band auf ihren Tourneen. Danach machte sie Erfahrungen als Solokünstlerin und gründete kurze Zeit später mit den beiden Musikproduzenten Moses Pelham und Martin Haas die Soulband Glashaus. Im Jahr 2001 erschien das erste Album der Band. Ihre größten Erfolgen feierten die drei von Glashaus mit den Titeln „Wenn das Liebe ist“ und „Haltet die Welt“. Nach weiteren Alben legte Cassandra Steen 2008 wieder eine Bandpause ein, nahm solo etwa beim Bundes­vision Song Contest 2009 teil und und hatte mit „Stadt“ einen deutschlandweiten Hit. 2016 kehrte sie als Leadsängerin zurück zur Band Glashaus.

Faible für Fotografie

Wenn man sich beruflich mit Kunst und Musik beschäftigt, sind diese Themen dann auch im Alltag tonangebend? „Ehrlich gesagt tue ich mich mit klassischer Kunst und mit Gemälden und Malerei ziemlich schwer. Damit kann ich nicht viel anfangen“, gibt die Sängerin zu.

„Privat lese ich viel, Sachliteratur interessiert mich besonders, aber auch Filme und Serien – und vor allem Porträtfotografie.“ Außerdem verbringe sie viel Zeit mit ihren Hunden, habe Spaß am Spazierengehen und am Kochen. „Das ist auch irgendwie­ eine Kunst. In der Küche muss man oft aus etwas Einfachem etwas Schönes schaffen und sich in Geduld üben.“ Dann fällt ihr doch noch etwas Künstlerisches ein, das sie in Stuttgart besonders beeindruckt hat: „Ich war diesen März zum ersten Mal auf der Langen Nacht der Museen unterwegs. Die 24-Stunden-Foto-Ausstellung beim Frucht­kasten über verschiedene Menschen und ihre Berufe in Stuttgart hat mich besonders beeindruckt“, sagt die Sängerin. „Die Menschen waren toll in Szene gesetzt, und man konnte die Leidenschaft und Zufriedenheit in ihren Blicken erkennen, obwohl sie teilweise sehr schwierige Berufe haben. So einen Blick und diese Stimmung muss ein Fotograf einfangen können“, meint die Musikerin.

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