Thomas Fuhrmann (links), Bürgermeister für Wirtschaft, Finanzen und Beteiligungen und Bürgermeister Fabian Mayer bei der Prominenten-Weinlese im städtischen Weingut. Foto: Lichtgut/Christoph Schmidt/Christoph Schmidt

Promis aus lokaler Politik, Verwaltung und Wirtschaft haben wieder bei der Weinlese auf dem städtischen Weingut mitgeholfen.

Stuttgart - Wenn, dann richtig. Von dieser Devise lässt Timo Saier, Leiter des Weinguts der Stadt Stuttgart, bei der Promi-Weinlese nicht ab. So führten er und sein Team Gemeinderäte verschiedener Parteien, Stadtverwalter und Wirtschaftsvertreter, die beim Weinlesen mithalfen, nicht in den „flachen Vorgarten“, sondern in die Steillage der „eigentlichen Mönchhalde“. Unter diesem Lagennamen laufen die innerstädtischen Rebflächen Hasenberg, Karlshöhe, Pragsattel und Wolfersberg. Das könne man zukünftig ändern, so Saier. „Pragsattel ist anders als Hasenberg.“ Und beim Wein gilt wie bei Immobilien: Lage, Lage, Lage.

Die steile Mönchhalde erklommen gleich zwei Schultes: der Erste Bürgermeister Fabian Mayer sowie Finanzbürgermeister Thomas Fuhrmann. Der flachste, dass er als Mühlhausener derlei gewohnt sei, Kraxeln mache Spaß. Mayer bezeichnete die Arbeit in der Natur als prima Ausgleich zum Schreibtisch. „Für uns Bürgermeister ist es Muss und Genuss, das städtische Weingut zu unterstützen.“

Im städtischen Weingut soll es zukünftig möglichst bio zugehen

Wenn die Trauben reif sind – wie der Mönchhalden-Riesling. „Wir wollen keine 100 Öxle, sondern noch Restsäure!“, so Saier weitere Besonderheiten der Lage nennend: Die Saint Laurent-Reben gehören mit ihren 60 Jahren zu den ältesten der Stadt, beim Riesling wird nur dort die „Lenz-Moser-Erziehung“ erhalten. Bei dieser – aus Österreich stammenden – Stockkultur werden die Reben des größeren Lichteinfalls und Ertrags wegen in die Breite gebunden. Längst wird vertikal gebunden, auch in Stuttgart beim Merlot, Syrah, Spätburgunder, Trollinger, Lemberg und Muskat-Trollinger. Oder bei den Weißen gelber Muskateller, Sauvignon, Weißburgunder, die schädlingsresistenten Sauvignac und Cabernet Blanc sowie Chardonnay. „Dessen Jungfernlese steht an“, erläuterte der Diplom-Önologe, indes Scheren und Eimer verteilt wurden. Mitarbeiter Rainer Dürr führte knackig in die Kunst der Lese ein. „Das ist Teamsport: Die Büttenträger nicht rumsausen lassen, entgegen gehen. Am Stil abschneiden, eingeschnurzelte Trauben mit Sonnenbrand wegmachen. Weiße Flecken kommen vom Kalk gegen Fäulnis.“

Im städtischen Weingut soll es zukünftig möglichst bio zugehen. „Ein Umstellungsprozess!“, so Saier. Man wolle beständig hohe Qualität. Die hatte auch Finanzbürgermeister Schultes bei seiner Begrüßung betont, dabei die Fusion der Bad Cannstatter Genossenschaft „Weinfactum“ mit der Besigheimer Felsengartenkellerei erwähnt und angedachte Kooperationen mit dem städtischen Weingut. „Darin liegen Chancen.“

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