Dass Alt und Jung zusammenkommen, Vorurteile abbauen und voneinander lernen können, das ist das Ziel des Mobilen Generationenhauses Möhringen. Foto: ars

Die Projektewerkstatt des Mobilen Generationenhauses Möhringen trägt Früchte. Einige Projekte der fünf verschiedenen Themengebiete sind bereits am Entstehen, andere sind in der Planung.

Möhringen - Gut vier Monate ist es her, dass das Mobile Generationenhaus Möhringen zu einer Projektewerkstatt ins Bürgerhaus eingeladen hat. An einem Samstag im März trafen sich dort viele Interessierte, um Ideen und Vorschläge für neue Projekte zu diskutieren. Was ist daraus geworden?

Evelyn Weis, die stellvertretende Bezirksvorsteherin von Möhringen, hat die Themengruppe „Lernen und Austausch“ moderiert. Ziel der Überlegungen sei es gewesen, wie man Alt und Jung zusammenführen und miteinander ins Gespräch bringe, sodass diese voneinander lernen können, sagt Weis. „Zwei Projekte sind derzeit am Entstehen. Beide drehen sich ums Kochen“, erzählt sie. Im Rahmen eines inklusiven Kochprojekts, das es seit Januar im Jugendhaus Möhringen gibt, ist Ende Juni ein gemeinsamer Kochtag mit den Projektteilnehmern und Senioren angeboten worden. „Leider ist dieser aber nicht zustande gekommen“, wie der Jugendhausleiter Andreas Bernhard berichtet. Lediglich eine Seniorin habe sich gemeldet und die musste dann wegen einer Terminkollision absagen. Von diesem Rückschlag wolle man sich aber nicht frustrieren lassen, betont er. Möglicherweise habe man die Veranstaltung zu wenig beworben. Voraussichtlich nach den Sommerferien werde man den nächsten Termin anbieten. „Wer kommen möchte, kann sich gerne bei uns im Jugendhaus melden“, sagt Bernhard.

Gemeinsamer Koch- und Spielenachmittag

Die sechs Mitglieder des Jungenclubs der Mobilen Kindersozialarbeit verbringen am 16. Juli einen Nachmittag mit Senioren im Haus der Caritas. Stefan Köhler ist der Leiter, er ist als Sozialpädagoge bei der Mobilen Jugendarbeit auf dem Fasanenhof sowie bei der Mobilen Kindersozialarbeit tätig. Die sechs Jungs aus dem Fasanenhof sind elf Jahre alt. „Sie werden für sechs Senioren ein Drei-Gänge-Menü kochen. Danach spielen wir miteinander Gesellschaftsspiele“, erzählt Köhler. Einige Zusagen von Senioren habe er bereits, es gebe aber noch freie Plätze. Die Teilnahme ist kostenfrei, es gibt eine Spendenkasse. „Wir wollen im Herbst auf eine Freizeit gehen, die Spenden möchten wir dafür verwenden“, erklärt er. Der Sozialarbeiter hofft, dass sich bei dem Nachmittag Vorurteile abbauen und Kontakte knüpfen lassen. „Die Generationen schimpfen ja oftmals über die jeweils andere. Mit solchen Veranstaltungen wollen wir Einklang, Harmonie und Verständnis bewirken.“ Köhler kann sich gut vorstellen, den Kochnachmittag regelmäßig anzubieten.

Willkommenskultur wird bereits gelebt

Pfarrer Winfried Maier-Revoredo hat die Gruppe „Willkommenskultur“ moderiert. Er kann zwar nicht von konkret entstandenen Projekten berichten. „Aber es gab sehr viele gute Anstöße“, sagt er. Ein Freundeskreis Asyl habe sich ja bereits gebildet. „Wir haben uns Gedanken gemacht, welche Angebote für die Flüchtlinge sinnvoll sind.“ Auch sei bei der Projektewerkstatt aufgekommen, dass sich die Vereine und Kirchengemeinden im Stadtbezirk mehr für Neubürger präsentieren können – ob nun Flüchtlinge oder Zugezogene. „Die Ansprache ist allerdings nicht so leicht. Man kann ja nicht einfach beim Einwohnermeldeamt nach Adressen neu Hinzugezogener fragen“, sagt der Pfarrer. Auch dass man nach dem Gottesdienst nicht einfach auseinandergehe, sondern noch zusammensitze sei vorgeschlagen worden, berichtet er. „Es sind viele guten Ideen genannt worden. Jetzt müssen wir schauen, wie wir sie umsetzen.“ Ganz von vorne anfangen müsse man im Stadtbezirk glücklicherweise nicht, sagt er. „Willkommenskultur ist eine Frage der Einstellung. Vieles wird schon täglich gelebt.“

Kontakt
Das Jugendhaus Möhringen, Filderbahnplatz 26, ist unter Telefon 7 16 82 84 zu erreichen. Für den Nachmittag mit dem Jungenclub der Mobilen Kindersozialarbeit kann man sich unter Telefon 93 31 58 45 anmelden. Ort ist das Haus der Caritas am Bahnhof. Pfarrer Maier-Revoredo erreicht man über die evangelische Kirchengemeinde unter 7 28 60 54.

In Kürze
lesen Sie, welche Projekte in den Gruppen Kümmern und Tun, Leben und Wohnen sowie Netzwerke am Entstehen sind.

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