Die Hanke Brothers musizieren mit den Grundschülern in der Kongresshalle. Foto: Holger Schmidt

Im Rahmen des Böblinger Grundschulprojekts „Singpause BB“ zeigten die Kinder bei Auftritten in der Kongresshalle wieder, was sie gelernt haben.

Mitreißenden Chorgesang boten am Dienstag und Mittwoch Hunderte Böblinger Grundschulkinder im Europasaal der Kongresshalle. Und weil gar nicht alle 1700 Mädchen und Jungs gemeinsam auf die Bühne passten, gab’s gleich vier Auftritte von „Singpause BB“. „Ich persönlich bin superglücklich“, freute sich Rainer Kropf, Leiter der Musik- und Kunstschule Böblingen, nach den gelungenen Darbietungen.

 

„Singpause BB“ ist ein Herzensprojekt der Stadt Böblingen und des Gemeinderats und klar, dass auch Oberbürgermeister Stefan Belz zu den begeisterten Zuhörern gehörte. Zum sechsten Mal bereits fanden die Konzerte unter seiner Schirmherrschaft statt. Für den professionellen Rahmen sorgten die vielfach ausgezeichnete Klassikgruppe „Hanke Brothers“, unterstützt von den quirligen Moderatorinnen Ruth Wörner und Melissa Rümpler alias „Frau Sing“ und „Frau Pause“.

Im Mittelpunkt aber standen die rund 1700 Kinder fast aller Böblinger Grundschulen. Die hatten zuvor mit den engagierten „Singpause“-Lehrkräften der Musik- und Kunstschule Böblingen und finanziell unterstützt von Lechler-Stiftung, Bürgerstiftung Böblingen und LBBW-Stiftung ein ganzes Schuljahr lang mit der schon jahrelang bewährten Ward-Methode das Singen im Klassenverband geübt und dabei eine grundlegende musikalische Alphabetisierung erfahren. Zweimal pro Woche geht eine pädagogische Fachkraft in alle Klassen, um den normalen Unterricht für jeweils 20 Minuten gemeinsames Singen zu unterbrechen.

Das Ergebnis konnte sich am Dienstag und Mittwoch bei den vier je gut halbstündigen Konzerten mehr als hören lassen. „Singing all together“, das diesjährige Motto zeigte sich allein schon am vielsprachig auf Türkisch, Albanisch, Chinesisch, Russisch, Iranisch oder Spanisch aus Kindermündern geäußerten Wunsch, während der Konzerte doch bitte die Handys abzuschalten. Außerdem gab es vorher eine klare Ansage ans Publikum, das hauptsächlich aus Eltern, Großeltern und Geschwistern bestand: Beifall während der Darbietungen durch erhobene Hände zollen und Klatschen erst ganz am Ende! Lieder wie den „Flohtango“, das wieder hochaktuelle Anti-Kriegs-Lied „99 Luftballons“ oder „Mein kleiner grüner Kaktus“ wurde vielstimmig dargeboten.

Restlos überzeugt vom tollen Ergebnis der „Singpause BB“ sind auch die Lehrkräfte der Böblinger Grundschulen. Schon länger beobachten sie eine positive Auswirkung des gemeinsamen Singens auf die Stimmung in der Klasse und den Umgang der Schüler untereinander. „Die Singpause bringt regelmäßig Musik in den Schulalltag und ermöglicht den Kindern eine spielerische, ganzheitliche musikalische Bildung, verbunden mit Freude, Gemeinschaft und Selbstbewusstsein“, sind sich die Verantwortlichen sicher. Die vielen strahlenden Gesichter auf der Bühne der Kongresshalle unterstrichen dies eindrücklich.