Es sieht schlecht aus für den Traum von der Surfwelle bei Untertürkheim. Foto: Verein Neckarwelle e.V.

Aufgrund der Wasserqualität hat das Amt für Umweltschutz erhebliche Vorbehalte gegen die Genehmigung der Surfwelle am Neckar. In Nürnberg darf eine solche Welle trotz ähnlicher Umstände betrieben werden.

Stuttgart - Die mit viel Vorschusslorbeeren bedachte Flußwelle zum Surfen in einem Seitenarm des Neckarsin Untertürkheim ist offenbar nicht genehmigungsfähig. Nach einem Bericht der „Stuttgarter Zeitung“ geht man im Rathaus davon aus, die wegen des Gewässerausbaus nach dem Wasserhaushaltsgesetz nötige Planung dereinst nicht genehmigen zu können. Ursächlich dafür seien kritische Bewertungen von Landesgesundheitsamt und städtischem Gesundheitsamt. Das Neckarwasser sei mit Krankheitserregern belastet. Die Surfer könnten sich infizieren.

Der Gesundheitsschutz steht für die Stadt an erster Stelle

„Der Neckar ist kein Badegewässer. Die Gesundheitsbehörden raten weiterhin entschieden von Freizeitaktivitäten im Neckar ab. Wer untertaucht und auch noch Wasser schluckt, gefährdet seine Gesundheit“, erklärt Stadtsprecher Sven Matis gegenüber der „Stuttgarter Zeitung“. „Wir wissen, wie beliebt das Projekt Neckarwelle ist, und prüfen, ob das Projekt genehmigt werden kann. Der Schutz der Menschen, die dort surfen wollen, steht an erster Stelle.“

In Nürnberg wurde 2017 eine Flusswelle in der Pegnitz genehmigt. Dort gilt zwar wie in Stuttgart ein Badeverbot, aber die Badegewässerqualität war weder Prüfthema noch Totschlagargument, weil der Hausjurist die Meinung vertrat, Ziel der Surfer sei – analog zu Ruderern und Kanuten – ihren Sport auf dem Wasser zu betreiben und nicht wie Schwimmer im und unter Wasser. So sieht es auch der Verein Neckarwelle, der in einer Studie organisatorische Maßnahmen zur Erhöhung der Sicherheit für die Mitglieder wie das Abschalten der Welle nach Starkregen und Nasenklammern vorschlägt.

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