Dieser Mast am Ludwigsburger Bahnhof muss versetzt werden, sonst verkauft die Bahn das Grundstück nicht. Foto: StZN/Wagner

Ein kleiner Streifen am ZOB kommt die Stadt Ludwigsburg teuer zu stehen, weil die Bahn Forderungen stellt. Die Fläche kostet 27 000 Euro – der notwendige Umbau fast 15-Mal soviel.

Angedacht ist es schon lange, den Ludwigsburger Busbahnhof umzugestalten und ihm ein schöneres Antlitz zu verleihen. Denn momentan ist dieser Teil des auch an anderen Stellen nicht gerade einladenden Areals besonders unansehnlich – und zudem gefährlich. Wer auf die gegenüberliegende Seite möchte, muss über zwei breite Fahrbahnen, die Busse können jeweils von beiden Seiten kommen.

 

Schon Anfang 2017 hatte die Stadt einen Wettbewerb ausgelobt, in dem Architekten und Planungsbüros Vorschläge für die Umgestaltung entwickelten. Geplant und beraten wurde anschließend weiterhin fleißig, in konkrete Bauarbeiten niedergeschlagen hat sich das aber noch nicht.

Ein Mast ist im Weg

Nun hat die Stadt aber einen weiteren Schritt auf dem Weg zur Neugestaltung genommen. Ulrike Schmidtgen, Fachbereichsleiterin Tiefbau und Grünflächen, spricht von einem „Meilenstein“, wobei das, was jüngst einstimmig im Mobilitäts- und Umweltausschuss (MU) beschlossen wurde, relativ unspektakulär daherkommt. Die Stadt wird ein kleines Grundstück, nicht mehr als einen Streifen unterhalb des Franck-Stegs, von der Bahn kaufen. Tief in die Tasche greifen muss sie dafür nicht, die Fläche kostet nur 27 000 Euro. Damit getan ist es aber nicht: auf den rund 300 Quadratmetern steht neben einigen Bäumen auch ein Mast – und den braucht die Bahn, damit die Züge hinter der angrenzenden Mauer sicher rollen können.

Das Unternehmen verkauft das Grundstück nur, wenn der Mast versetzt wird. Baubürgermeisterin Andrea Schwarz (SPD) spricht von einem „planungsrechtlichen Problem“. Stehen muss der Mast nämlich weiterhin auf einer Fläche, die der Bahn gehört. Technisch ist das kein Problem, er rückt einfach ein paar Meter weiter in Richtung Gleise. Die Stahlkonstruktion selbst zu versetzen, das kommt für die Bahn allerdings nicht infrage, weshalb die Aufgabe an der Stadt hängen bleibt. Die muss deshalb noch ein hübsches Sümmchen drauflegen: Mit Kosten von 395 000 Euro rechnet die Verwaltung. Weil dadurch das Baufeld freigeräumt wird, dürfte es aber Fördergelder geben.

Wie sieht der weitere Zeitplan aus?

Einen konkreten Zeitplan für die Umbauarbeiten des ZOB gibt es noch nicht, zumindest ist er nicht öffentlich. Angepeilt ist das kommende Jahr. Die Fläche, die die Stadt jetzt ersteht, ist nicht die erste, die sie im Zuge der Pläne gekauft hat. Seit dem Jahr 2015 nennt sie bereits die Ladenzeile, die den Busbahnhof von den Bahngleisen abschirmt, ihr Eigen. Die Läden – so der Plan – werden irgendwann abgerissen, der Bahnhof modernisiert und barrierefrei gemacht. Busse, Pendler, Schüler und alle anderen Fahrgäste sollen deutlich mehr Raum bekommen – auch auf dem Vorplatz. Platz braucht auch die Stadtbahn, die momentan im Werden ist und einmal dort verkehren soll.

Armin Klotz (CDU) hegte im Ausschuss die Hoffnung, dass der „Umsetzung nun nichts mehr im Weg“ stehe und die Stadt bei dem Projekt „nun richtig Gas“ geben könne.