Projekt im Stadtteil Stöckach in Stuttgart-Ost Einrichtung mit 90 Pflegeplätzen und ein Rewe

Von Jürgen Brand 

Wo heute Gebrauchtwagen verkauft werden, sollen etwa ab 2020 pflegebdürftige Menschen wohnen. Foto: Jürgen Brand
Wo heute Gebrauchtwagen verkauft werden, sollen etwa ab 2020 pflegebdürftige Menschen wohnen. Foto: Jürgen Brand

Im Quartier zwischen Metzstraße, Reitzensteinstraße, Werderstraße und Neckarstraße könnte bis 2020 ein Neubau mit einem großen Rewe-Markt und darüber einer Pflegeeinrichtung mit rund 90 Plätzen für pflegebedürftige Menschen entstehen.

S-Ost - Die Rewe-Gruppe plant für das von Reitzenstein-, Werder-, Neckar- und Metzstraße umgebene Quartier im Stadtteil Stöckach ein Neubauprojekt mit einem großen Rewe-Markt im Erdgeschoss und darüber einer Einrichtung mit rund 90 Pflegeplätzen. Der Bezirksbeirat hat das Projekt mit großer Mehrheit befürwortet, kritisch wird allerdings die geplante Verkehrsanbindung gesehen.

Abriss noch in diesem Jahr

Das Viertel sozusagen am Ende des Stöckachs – auf der anderen Seite der Werderstraße beginnt der Stadtteil Berg – gehört zurzeit mit seiner Mischung aus Wohnen, Autohaus, Freikirche und anderen Nutzungen nicht unbedingt zu den Vorzeigequartieren der Stadt. Ein Teil der Gebäude zur Metzstraße war zuletzt von der Evangelischen Heimstiftung als Interimsquartier genutzt worden. Wichtig für die Nahversorgung ist der Penny-Markt, ebenfalls in den Gebäuden zur Neckarstraße hin. Der soll auch bis auf weiteres dort bleiben.

Auf der anderen Seite des großen, überwiegend als Parkplatz genutzten Innenhofes soll aber schon bald alles anderes werden. Geht es nach den Vorstellungen der Rewe-Gruppe, sollen die Gebäude dort noch in diesem Jahr abgerissen und durch einen bereits fertig geplanten Neubau ersetzt werden. Im Erdgeschoss dieses Neubaus ist über die gesamte Breite von der Metz- bis zur Werderstraße ein großer Rewe-Markt vorgesehen. Der Markt selbst soll sich über eine Fläche von 2350 Quadratmetern erstrecken, 400 Quadratmeter sind für den zugehörigen Getränkemarkt vorgesehen, 150 Quadratmeter für eine Bäckerei eventuell auch mit einem kleinen Café-Bereich. Dazu kommen 610 Quadratmeter Lagerfläche. Die Tiefgarage mit insgesamt 156 Parkplätzen soll von der Reitzensteinstraße her erfolgen. Der Zugang zum Markt mit all seinen Einrichtungen dagegen ist über den Innenhof vorgesehen. In diesem sollen später einmal idealerweise eine ganze Reihe von Bäumen für Grün, Schatten und bessere Luft sorgen, Parkplätze soll es in dem Hof dann nur noch deutlich weniger als bisher geben.

Sechs Wohngruppen, Garten und Teich auf dem Dach

Auf dem Marktbereich im Erdgeschoss sollen ab dem ersten Obergeschoss drei gegliederte und verbundene Baukörper entstehen inklusive einer begrünten und begehbaren Dachterrasse. In diesen Gebäuden sollen auf zwei Geschossen rund 90 Pflegeplätze geschaffen werden, unterteilt in sechs Wohngruppen. Auf den zugehörigen Dachflächen sind beispielsweise eine Gymnastikwiese, Gartenbereiche und auch ein Teich vorstellbar. Betrieben wird die Einrichtung vom Wohlfahrtswerk für Baden-Württemberg werden, 90 Mitarbeiter sollen sich dort im Schichtbetrieb um die pflegebedürftigen alten Menschen kümmern. Für diese Mitarbeiter ist vor allem eine gute Anbindung an die Stadtbahn wichtig, die dort mit der nahen Haltestelle Metzstraße gegeben ist. Mit dem Auto werden wohl nur wenige zur Arbeit fahren.

Vertreter der Rewe-Gruppe wiesen darauf hin, dass durch die Anbindung der Tiefgarage an die Reitzensteinstraße – eine Notwendigkeit wegen des Gefälles auf dem Gelände – die Neckarstraße von Verkehr entlastet werden könnte. Dieses Verkehrskonzept wurde im Bezirksbeirat allerdings ausgesprochen kritisch gesehen. Daniel Campolieti (SPD) befürchtet durch den großen Markt eine höhere Verkehrsbelastung im Stadtteil Berg und auch am Stöckach. Deswegen forderte er eine direkte Erschließung über die nahe Cannstatter Straße. Auch Bernhard Herp (CDU) sah die Verkehrsthematik eher kritisch und verwies auf die alte Forderung der CDU im Bezirksbeirat nach einem Durchstich der Werderstraße zur Cannstatter Straße. Entsprechend beschloss der Bezirksbeirat bei einer Nein-Stimme und zwei Enthaltungen zwei Prüfaufträge an die Stadtverwaltung, und zwar zu einer Anbindung an die Cannstatter Straße und zu einer Überdeckelung der Cannstatter Straße in dem Bereich.

Mit dem Abriss der alten Gebäude entlang der Reitzensteinstraße soll noch in diesem Jahr begonnen werden, für die Neubauten wird mit etwa 18 Monaten Bauzeit gerechnet.

Redaktion Stuttgart-Ost

Ansprechpartner
Jürgen Brand
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