Beliebtes Ausflugsziel: der Bismarckturm. Foto: Eva Funke Foto:  

Bis zum Jahresende sind auf dem Gähkof Verbesserungen geplant – zum Beispiel die Reparatur der Treppen auf dem Areal.

S-Nord - Müll, Glasscherben, kaputte Stufen: Bei Ausflugswetter häufen sich die Beschwerden über die Zustände am Bismarckturm . Doch nun soll alles besser werden. Innerhalb des Projekts „grüne Infrastruktur für Stuttgart“, für das im laufenden Doppelhaushalt elf Millionen Euro zu Verfügung stehen, werden 30 000 Euro für den 1905 von Studenten der Technischen Hochschule erbauten Bismarckturm abgezwackt.

„Mit dem Geld können wir in diesem Herbst mit einer Pflegesanierung starten und sie noch bis zum Jahresende abschließen“, sagt Volker Schirner. Mit „Pflegesanierung“ meint der Chef des Garten-, Friedhofs- und Forstamts keine grundlegende Sanierung, sondern ein In-Ordung-Bringen der Gesamtsituation rund um den Turm. Schirner: „Wo sie fehlen, werden Mülleimer ersetzt oder zusätzlich angebracht. Außerdem werden Wege saniert, Bette nachbepflanzt und auf dem Areal des Bismarckturms bei der Schutzhütte die Treppen saniert, das heißt: schiefe Stufen werden begradigt und Stolperfallen beseitigt.“ Bis 1905/06 kümmerte sich übrigens der Verschönerungsverein um die Fläche rund um den 20 Meter hohen Turm auf dem Gähkopf, hat das aber aufgegeben, weil sie Eigentum der Stadt ist.

Lange To-do-Liste für Gartenamtschef Schirner

Die meisten Spaziergänger am Bismarckturm freuen sich über die geplanten Maßnahmen: „Am Turm liegen so herrliche Grünflächen. Leider sind sie sehr ungepflegt“, stellt Dorothee Walter fest. Die 63-Jährige macht mit der Familie eine Stäffelestour – und da darf der Bismarckturm nicht fehlen. Die Familie ist öfter auf dem mit 409 Metern höchsten Punkt im Stuttgarter Norden. „Freitag vor zwei Wochen muss hier oben Party gewesen sein, alles war zugemüllt und voller Glasscherben“, sagt Erwin Walter (65) und zeigt auf ein Schild: „Bitte keine Flächen sauber halten und keine Abfallbehälter benützen“, steht drauf. „Da hat ein Spaßvogel das ‚keine‘ dazu gekritzelt“, sagt er kopfschüttelnd. Ob Mülleimer fehlen? „Ja, es könnten mehr sein, aber ob das bei Mut­willen wirklich hilft?“ – Seine Frau Edith zuckt mit den Schultern. Nach einem Vesper beim Turm setzt Familie Walter ihre Tour fort.

Bezirksbeirat und Turmobmann Hans-Christian Wieder wünscht sich, dass auch das ehemalige Rosenbeet wieder neu angelegt wird.

„Bei mir kommt der Schwabe durch“, sagt Eva Dölfel. Natürlich müssen Treppen sicher sein und kaputte Bänke ausgetauscht werden. Die Grafittis auf Lampen und Bänken sind auch nicht schön“, stellt die 68-Jährige fest, die mit einer Freundin einen Ausflug zum Turm gemacht hat, ist aber überzeugt. „Die elf Millionen – die können bestimmt sinnvoller ausgegeben werden.“ Die Stadträte waren anderer Meinung als sie die Summe für den laufenden Doppelhaushalt bewilligten.

Hinter dem Konzept „grüne Infrastruktur“, das OB Fritz Kuhn (Grüne) zu seinem Thema gemacht hat, steht die Idee, mehr Grün zu schaffen und bestehendes Grün besser zu pflegen. Gartenamtschef Schirner hat unter anderem den Auftrag, im Straßenbereich und auf dem Pragfriedhof Bäume zu pflanzen, die Aufenthaltsqualität auf Grün- und Spielflächen im gesamten Stadtgebiet zu verbessern und die städtischen Waldspielplätze attraktiver zu gestalten.

Schirners To-do-Liste ist lang: Allein im Stuttgarter Norden sollen unter anderem am Wartberg die Wege und Mauern in Ordnung gebracht werden. Im Leibfriedsche Garten an der Löwentorstraße, der 1993 zur Internationalen Gartenausstellung eröffnet wurde, sollen ebenfalls Treppen und Wege gerichtet werden.

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