Auch in Ehningen lauern auf dem Schulweg einige Hindernisse für die Schulkinder. Eltern haben uns im Rahmen des Projekts „Achtung, Schulweg!“, für das unsere Zeitung mit dem Recherche-Netzwerk Correctiv kooperiert, die Gefahrenstellen aufgezeigt.
Im Schnitt wird in Deutschland laut dem Statistischen Bundesamt alle 20 Minuten ein Kind bei einem Verkehrsunfall verletzt. Die meisten Unfälle ereignen sich auf dem Schulweg. Kinder haben aufgrund ihrer Größe weniger Überblick, sie sind schneller abgelenkt. Gleichzeitig werden Kinder häufiger von Autofahrern übersehen.
Auch in Ehningen gibt es gefährliche Stellen für Kinder, die auf dem Weg in die Schule sind. Im Rahmen des Projekts „Achtung, Schulweg!“ unserer Zeitung in Zusammenarbeit mit dem Recherche-Netzwerk Correctiv, haben uns Ehninger Eltern einige Gefahrenstellen aufgezeigt und Vorschläge gemacht, wie man das Problem aus ihrer Sicht lösen könnte. Vorwiegend haben Eltern von Kindern mitgemacht, die die zweite Klasse der Friedrich-Kammerer-Gemeinschaftsschule (FKG) besuchen.
Die Gemeinde wurde vor Jahren bereits über die Situation informiert
Mehrfach kommt in den Antworten, die in unser Portal eingelaufen sind, die Situation an der Donaustraße vor. Eine Mutter aus Ehningen, die nicht namentlich genannt werden will, verdeutlicht das Problem, das nicht nur ihre Tochter betrifft, sondern, wie sie sagt, auch viele andere Schulkinder, die im Neubaugebiet Bühl 2 wohnen.
„Die Autos rasen die Donaustraße hinunter, obwohl dort rechts vor links gilt. Die Kinder, die vom Kinzigweg in die Donaustraße einbiegen wollen, müssen das ,nach Gehör’ tun, denn die Sicht in Richtung Donaustraße ist wegen der Kurve erschwert“, beschreibt die Mutter die Situation.
Bereits vor drei Jahren hatte die Ehninger Mutter die Gemeinde auf die Gefahrenstelle aufmerksam gemacht und angeregt, dort einen Verkehrsspiegel anzubringen. Doch per E-Mail bekam sie die Antwort, dass das Ordnungsamt und die Verwaltung zu dem Entschluss gekommen seien, dass dort ausreichend Sichtbedingungen gegeben wären und sich die Stelle zudem in einer 30-er Zone mit rechts-vor-links-Regelung befände. Damit will sich die Mutter von zwei Kindern jedoch nicht zufrieden geben. „Es ist wirklich ein Wunder, dass dort noch kein Kind angefahren wurde“, gibt sie zu Bedenken. „Ich finde, dass da etwas getan werden muss.“
Eine weitere Problemstelle betrifft einen Bereich beim Bahnhof. Viele Schüler der Friedrich-Kammerer-Schule, müssen auf dem Weg zum Unterricht durch die Bahnhofsunterführung und anschließend die Bahnhofsstraße bei der Gaststätte Billett in Richtung Wilhelmstraße überqueren. „Es ist sehr schlechte Sicht wegen, weil dort ständig Busse im absoluten Halteverbot parken“, schreiben uns mehrere Eltern. Sie schlagen vor, dort einen Zebrastreifen oder eine Fußgängerbedarfsampel anzubringen. Ebenso wären vermehrte Falschpark- und Geschwindigkeitskontrollen gut, sind sich die Eltern einig.
Elterntaxis sind ebenfalls ein Problem
Bei der Umfrage wurde von Eltern auch genannt, dass die Fahrbahn am Übergang zum Haupteingang der Grundschule durch parkende Autos und einer leichten Kurve für Kinder sehr schlecht einsehbar sei. Auch parkten Eltern, die ihre Kinder zur Schule bringen, teilweise in zweiter Reihe und sogar direkt auf dem abgesenkten Bordstein des Überganges. Es gebe zwar einen Verkehrshelfer, der jedoch nur vor der ersten Schulstunde den Schulkindern beim Überqueren der Straße helfe. Als Lösung wird eine „Einfahrbeschränkung“ auf das Schulgelände sowie das Anbringen eines Fußgängerüberwegs vorgeschlagen. Auch seien verstärkte Kontrollen gegen Parkverstöße vonnöten.
Die Gemeinde Ehningen äußert sich zu den genannten gefährlichen Schulwegstellen zurückhaltend. Aus dem Rathaus heißt es lediglich, die von den Eltern beschriebenen Gefahrenstellen würden in die internen Prozesse einfließen. Den Hinweisen werde nachgegangen und nach Lösungsmöglichkeiten gesucht. Genauer wollte sich die Verwaltung dazu bislang nicht äußern.
Projekt „Achtung Schulweg!“
Online-Aktion
Unsere Redaktion möchte in Kooperation mit dem Recherchenetzwerk Correctiv wissen, wie sicher die Schulwege im Kreis Böblingen sind. Dazu brauchen wir Ihre Hilfe! Über ein einfaches Online-Tool können Sie bis Ende September Gefahrenstellen auf Schulwegen dokumentieren. Wir berichten über eine Auswahl und konfrontieren die Stadtverwaltungen damit. Das Ziel ist es, Gefährdungen von Schülerinnen und Schülern zu reduzieren.
Themenseite
Achtung, Schulweg!“ mit allen Artikeln zum Projekt:
Online:
www.krzbb.de/schulweg