Die Intendanten des Dreispartenhauses Staatstheater Stuttgart (von links) Armin Petras (Schauspiel), Jossi Wieler (Oper), Reid Anderson (Ballett) und Marc-Oliver Hendriks (geschäftsführender Intendant) haben am Dienstag das Programm für die kommende Spielzeit vorgestellt. Foto: dpa

Neben einer Festwoche anlässlich der 20-jährigen Intendanz von Reid Anderson dreht sich in der Spielzeit 2015/16 am Staatstheater Stuttgart viel um die christlich-mythologische Frauengestalt Salome.

Stuttgart - In der Landeshauptstadt rücken Schauspiel und Oper in der nächsten Spielzeit enger zusammen. Das Ballett feiert zudem besonders ausgiebig die 20-jährige Intendanz seines kanadischen Chefs. Die drei Intendanten Jossi Wieler (Oper), Reid Anderson (Ballett) und Armin Petras (Schauspiel) stellten am Dienstag in Stuttgart die Pläne für die Spielzeit 2015/2016 vor.

BALLETT: Für Intendant Reid Anderson (66) ist es die 20. Spielzeit, was unter anderem mit einer Festwoche im Juli 2016 gebührend gefeiert werden soll. Auf dem Spielplan stehen Werke von Choreographen, die den Kanadier auf seinem Weg vom Tänzer zum Intendanten begleitet haben. 1996 war er einer der ersten Ballettintendanten Deutschlands, 2018 will er in den Ruhestand gehen. Die Nachfolgesuche hat längst begonnen. 90 Uraufführungen hat es in Stuttgart unter ihm gegeben, darunter sieben abendfüllende Handlungsballette. Hauschoreograph Demis Volpi bringt auf Andersons Wunsch nach „Krabat“ nun „Salome“ nach Oscar Wilde auf die Ballettbühne.

OPER: Ohne von Andersons „Salome“-Plänen zu wissen, hob auch Opern-Intendant Jossi Wieler die Frauengestalt auf seinen Spielplan. Mit Kirill Serebrennikov präsentiere im November 2015 „einer der spannendsten Theaterregisseure Russlands“ Richard Strauss’ 1905 uraufgeführte Oper, sagte der Schweizer Wieler. In einer Koproduktion mit dem Schauspiel sei in der Spielzeit eine sechste Premiere möglich. Üblich sind fünf. Für Henry Purcells „The Fairy Queen“ nach William Shakespeares „Sommernachtstraum“ kommt Skandalregisseur Calixto Bieito Ende Januar 2016 nach Stuttgart. Sein Ensemble besteht dann aus schauspielernden Sängern der Oper und singenden Schauspielern.

SCHAUSPIEL: Eine Koproduktion der anderen Art planen die Intendanten Jossi Wieler und Armin Petras für März 2016: Das Schauspiel „I’m searching for I:N:R:I“ wird von Fritz Kater geschrieben, hinter dem Petras selbst steckt. Und die Regie führt Opern-Intendant Wieler, der früher Schauspielregisseur war. Petras hob aus dem Programm zudem die Engagements der Regisseure Frank Castorf und René Pollesch hervor: Castorf inszeniert im Oktober 2015 mit „Tschewengur. Die Wanderung mit offenem Herzen“ nach dem Roman von Andrej Platonov erstmals in Stuttgart. Und Pollesch plant für Juli 2016 das Open-Air-Projekt „Stadion der Weltjugend“ um ein realexistierendes Wohnhaus herum.

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