Gemeinsam aktiv für den Narrenbund: Asunta Fuchs, Ronald Witt und Elke Döring-Eisele (von links) im Narrenheim. Foto: Markus Brändli

Am 11.11. um 11.11 Uhr beginnt die fünfte Jahreszeit. Da wird in Neuhausen die Karnevals-Kampagne 2025/26 eröffnet. Seit 60 Jahren ist der Narrenbund aktiv.

Das Miteinander der Generationen klappt beim Narrenbund Neuhausen – und das seit 60 Jahren. „Im NBN werden viele Babies angemeldet“, sagt Ronald Witt, der seit 2009 Präsident ist. Die Kleinsten laufen in den Maskengruppen mit. Ab dem Alter von vier Jahren dürfen sie bei den „Minis“ im Tanzsport mitmachen. Alle Generationen für Fasnet und Karneval zu begeistern, das ist Witts Ziel.

 

Am Dienstag, 11. 11., eröffnet der Verein pünktlich um 11.11 Uhr im Vereinsheim in der katholisch geprägten Fasnetshochburg Neuhausen die närrische Zeit. „Dann wird das neue Prinzenpaar gekürt“, verrät Witt. Bis dahin ist das Prinzenpaar Christiane I. und Martin I. im Amt. Die beiden haben mit ihrer Kampagne mehr als 13 000 Euro Spenden für das Kinderhospiz in Stuttgart gesammelt. „Wenn wir Fasnet feiern, dürfen wir nicht vergessen, dass es Kinder gibt, denen es nicht gut geht“, sagte Christiane Weigmann am 11. November 2024 zum Kampagnenstart. „Unsere Prominenz für den guten Zweck nutzen“, wollte Martin Pflüger. Wer das neue Prinzenpaar wird, ist das am besten gehütete Geheimnis.

Abends wird dann am 11. 11. ab 19.33 Uhr in der Egelseehalle gefeiert. „Das ist ein großer Kraftakt für unsere Ehrenamtlichen“, sagt Ronald Witt. Der 56-Jährige engagiert sich seit Jahrzehnten für den Narrenbund. In der Kampagne 2005 und 2006 war er selbst Prinz, damals mit Carina Schönecker. Die Auftaktveranstaltung und die vier Prunkfestsitzungen jedes Jahr für mehrere hundert Gäste und Mitwirkende zu organisieren, findet er herausfordernd: „Zumal uns als Vereinen die hohen Auflagen immer mehr zu schaffen machen“, sagt Witt. Dass sogar in der Hochburg Lörrach der Fasnetsumzug und die Guggenexplosion auf der Kippe standen, betrübt Witt.

Ronald Witt und Carina Schönecker als Prinzenpaar der Kampagne 2005/2006. Foto: Archiv Narrenbund

„Es ist schön, unser Brauchtum zu erhalten“, findet der engagierte Narrenpräsident. Damit der närrische Nachwuchs nie ausgeht, sprechen die Narren gezielt Kinder und Jugendliche an. „Wir gehen schon früh mit den Hästrägern in die Kindergärten.“ Hexen, Teufel, Schellen-Peter, Egelseegeister und andere gefallen den Kleinen mit ihren bunten Häs und wilden Holzmasken. Als Jugendbeauftragte hat Sina Krieger frische Ideen, wie die Fasnet für den Nachwuchs attraktiv bleibt.

Ohne die Schneiderei geht beim Narrenbund Neuhausen nichts

Damit die Programme gelingen können, geht nichts ohne die Schneiderei. Im Nähzimmer des Vereinsheims in der Klosterstraße arbeiten Elke Döring-Eisele, Asunta Fuchs, Brigitte Löw und andere an den Kostümen für Prinzenpaare und Gardetänzerinnen. „Das ist jedes Mal eine Herausforderung“, findet Fuchs. Die Seniorin hat jahrzehntelang das Gesicht der Tanzsportabteilung mit geprägt. „Da weiß ich, auf was es ankommt.“ Das Ehrenmitglied ist seit Jahrzehnten bei den Egelsee-Geistern.

Aktiv für die Fasnet. Ehren-Vizepräsidentin Uschi Krieger, Pfarrer Alfred Kirsch, Präsident Ronald Witt und Bürgermeister Ingo Hacker (von links). Foto: Archiv Narrenbund Neuhausen

Seit 1980 ist Elke Döring-Eisele als Gruppenleiterin der Plattfüß aktiv – das ist eine freie Fasnetsgruppe. „Entstanden ist die Idee damals, weil wir auch bei der Fasnet dabei sein wollten“, erinnert sich die engagierte Ehrenamtliche, die jetzt die Nähwerkstatt zusammenhält. Dem Ehrenmitglied gefällt die Vielfalt der Fasnet in Neuhausen. „Wie verbinden im Verein das schwäbisch-alemannische Brauchtum mit der karnevalistischen Tradition“, sagt Ronald Witt. Beides hat im Verein seinen Raum. Stolz ist der Präsident, dass der NBN zum nationalen immateriellen Kulturerbe der UNESCO gehört – schon 2014 hatte die Kommission die schwäbisch-alemannische Fasnet ernannt: „Man müsse strenge Kriterien erfüllen.“ Als Präsidiumsmitglied im Landesverband der Württembergischen Karnevalsvereine ist Witt bestens vernetzt. Die Zukunft der Vereine auf Landesebene mitzugestalten, findet er reizvoll.

Beim Narrenbund hat der Vereinschef die Weichen für die Zukunft schon lange gestellt. Die Arbeit teilt sich ein vierköpfiges Präsidium, zu dem neben Witt auch Jörg Paertmann, Damaris Löw und Katharina Deuschle gehören. Die junge Vizepräsidentin Deuschle hat das Ohr an ihrer Generation und will die Fasnet „für alle Generationen attraktiv machen“. Gerade bei der Jugend sei das Brauchtum wieder attraktiv.

Narrenbund-Akademie für den Nachwuchs in der Bütt

Ein Herzstück der Veranstaltungen sind die Büttenreden. Da hat der NBN eine lange Tradition. 20 Jahre lang haben die Ehren-Vizepräsidentin Uschi Krieger und Raphaela Schaller als schrullige Seniorinnen Alma und Wilma mit Grillwürsten, Weinschorle aus der Handtasche und und flotter schwäbischer Mundart das Publikum verzaubert. „Jetzt geht es darum, den Nachwuchs in die Bütt zu bringen“, findet Witt. Deshalb hat er eine Akademie gegründet.

Die Kampagne 2025/26 des Narrenbunds

Geschichte
Seit 60 Jahren mischt der Narrenbund die Fasnet in Neuhausen auf. Das Jubiläum feierte der Verein in diesem Jahr unter anderem am 31. Mai mit einem Auftritt der bekannten Stimmungsband Hofbräuregiment in der Egelseehalle. Inzwischen hat der Verein allein mehr als 1000 Hästräger, die in 15 Maskengruppen engagiert sind.

Nächste Termine
Die Auftaktsitzung zur neuen Kampagne findet am Dienstag, 11. November, in der Egelsee-Festhalle in Neuhausen statt. Beginn des mehrstündigen Bühnenprogramms ist um 19.33 Uhr. Der Eintritt kostet 25 Euro. Die Termine für die Prunkfestsitzungen 2026 sind am 23. und 24. sowie am 30. und 31. Januar 2026. Weitere Informationen auf der Homepage: www.narrenbund-neuhausen.de.