Professionelle Technik in Mühlhausen Das Ortsarchiv wird aufgewertet

Von Iris Frey 

Das Ortsarchiv ist aufgewertet worden durch neue Schränke und technische Hilfsmittel. Dies wurde durch Spenden ermöglicht.

Gerhard Roos, Wolfgang Walter, Martin Tinter, Nina Raczek, Bezirksvorsteher Ralf Bohlmann (von links) am neuen Plakatschrank.Foto: Iris Frey

Mühlhausen - Nicht nur die Aktiven des Bürgervereins und des Ortsarchivs freuen sich über die Fortschritte, die die Einrichtung im Historischen Rathaus macht, auch Bezirksvorsteher Ralf Bohlmann lobt den „tollen Qualitätssprung“ und dankt allen Unterstützern und Aktiven. Bohlmann erinnert daran, dass der verstorbene Ortshistoriker Rolf Straub Pionierarbeit geleistet hat und jetzt mit dem Bürgerverein und strukturierter Qualität eine zukunftsfähige Sache entstehe. „Dem Bezirksbeirat und mir ist es wichtig, dass das Gedächtnis von Mühlhausen gesichert ist“, so Bohlmann.

Die Leiterin des Ortsarchivs, Nina Raczek, die zusammen mit Wolfgang Walter, Gerhard Roos und Heinz Morhard sich um die Fortentwicklung des Archivs kümmert, dankte dem Bezirksbeirat und Martin Tinter von der Volksbank für die finanzielle Unterstützung. Der Bezirksbeirat habe 1600 Euro bereitgestellt und die Volksbank 4000 Euro. Damit konnten nun ein Laptop, Scanner, eine Festplatte gekauft werden und neue Möbel: Jetzt gibt es verschließbare Metallschränke, einen Registraturschrank mit speziellen Hängemappen und einen Planschrank mit bis zu DIN-A1-großen Schubladen.

Somit können auch viele Plakate sachgerecht eingelagert werden. Auch spezielle säurefreie Archivkartons konnten angeschafft werden, beispielsweise für archäologische Objekte.

Dokumente werden in Datenbank erfasst

Und Kartons für Zeitungen, damit sie nicht geknickt werden müssen. Denn: „Jeder Knick führt zu Rissen“, weiß Raczek. Das Ortsarchiv sammelt, wie berichtet, auch Unterlagen von anderen Vereinen. So hat das Archiv von den Landfrauen Fotoalben bekommen, berichtet Raczek. Die Dokumente werden alle archiviert und inventarisiert: Jedes Foto und jedes Dokument wird in der EDV-Datenbank erfasst. Auch hat die Landesstelle für Museumsbetreuung Unterstützung angeboten mit einer kostenlosen Datenbank.

Wolfgang Walter lobt diese Datenbank mit Eingabemaske und Schlagworttabelle. Jedes Objekt erhält eine Identifikations-Nummer. Pro Objekt brauche man etwa eine Stunde zur Eingabe, so Walter. Im Ortsarchiv Mühlhausen gebe es derzeit bereits rund 3000 Objekte. Somit rechnet er mehrere Jahre, bis alles archiviert ist. Jedes Datenblatt hat auch ein Bild. Das wird eingescannt oder das Objekt abfotografiert. Für die Datenbank wird noch ein Drucker benötigt, berichtet Raczek.

Derzeit arbeiten Raczek und Walter in enger Absprache an der Inventarisierung. Mittel, um eine über das Internet integrierte Datenbank zu führen, haben sie nicht. Raczek erklärt, dass für die Datenerfassung noch Unterstützer sich gerne melden dürfen, die bei der Erfassung mithelfen möchten. Ein oder zwei weitere Dateninteressierten, die nach Vorgaben alles inventarisieren, wären hilfreich, so Raczek. Sie hat auch in der Zwischenzeit Kontakt mit dem Stadtarchiv Stuttgart und kann sich dorthin mit fachlichen Fragen wenden. Auch ist sie in der Arbeitsgemeinschaft Stuttgarter Stadtgeschichte.

Tinter erklärt mit Blick auf die finanzielle Förderung dieses Projekts, dass die ortsansässige Bank die Verantwortung hier gerne wahrnehme. Das Geld stamme aus dem VR-Gewinnsparen und sei somit sehr sinnvoll investiert.