Herstellern wie Daimler fehlt es an Elektronikbauteilen – deshalb gibt es an mehreren Standorten Kurzarbeit. Foto: dpa/Marijan Murat

Die deutschen Autobauer sind zu stark von Chipherstellern in Asien und den USA abhängig, kommentiert Andreas Schröder.

Stuttgart - Die Situation in der Autoindustrie hat sich gegenüber dem Frühjahr 2020 grundlegend geändert. Damals steckten die Hersteller und Zulieferer im Coronatief, den meisten Betrieben mangelte es an Aufträgen. Seit Ende vergangenen Jahres zieht die Nachfrage weltweit überraschend kräftig an. Nun tritt ein anderes Problem massiv in den Vordergrund: Herstellern wie Daimler fehlt es an Elektronikbauteilen. Damals wie heute sind vorübergehende Produktionsstopps und Kurzarbeit die Folge.

 

Die Autobranche ist von den Lieferanten in den USA und Asien abhängig

Begründungen für den Mangel an Halbleitern gibt es viele: zum Beispiel ist die Produktion bei Lieferanten vorübergehend ausgefallen, und Computerhersteller kaufen den Markt leer, weil der Bedarf für Homeoffice und Online-Unterricht stark gestiegen ist. Tatsächlich aber treten auch grundsätzliche Versäumnisse zu Tage: die Autobranche ist zu stark von Halbleiterlieferanten in den USA und Asien abhängig.

Industrie und Politik sind dabei, das zu ändern, und forcieren den Aufbau zusätzlicher Chipfabriken in Europa. Das braucht zwar noch Zeit, aber es ist wirtschaftlich und strategisch die richtige Entscheidung. Und wenn mehr vor Ort produziert wird, nützt das auch der Umwelt.