Sonja Mailänder öffnet im Beisein von Martin Alber und Franz Schropp von der Geschäftsleitung von Stuttgarter Hofbräu, Bezirksvorsteher Jürgen Lohmann, Franz Xaver Brummer von der Stiftung und Reinhard Wolf vom Regierungspräsidium (von links) eine grünweiße Schleife. Damit sind die Tafeln offiziell eröffnet. Foto: Stefanie Käfferlein

Am Probstsee können sich interessierte Bürger jetzt über ihren Stadtbezirk informieren. Zwei Schautafeln wurden am See aufgestellt und sind nun eingeweiht worden.

Stuttgart-Möhringen - Bis Weihnachten dauert es zwar noch einige Monate. Dennoch hat Möhringen, wie Bezirksvorsteher Jürgen Lohmann sagte, schon jetzt ein Geschenk erhalten. Am Freitagnachmittag sind am Probstsee zwei Schautafeln eingeweiht worden. Zwei weitere werden im Laufe dieser Woche am Riedsee und am Körsch-Ursprung aufgestellt. Die Tafeln bieten nach den Worten von Lohmann den Bürgern Gelegenheit, ihre Heimat besser kennenzulernen. „Sie steigern außerdem die Attraktivität des Rundwanderwegs Hexenweg“, sagte Lohmann.

Mit Liebe zum Detail gestaltet

Die Idee dazu, auf Tafeln über die Geschichte, Flora und Fauna des Probstsees, des Riedsees und des Körsch-Ursprungs zu informieren, hatte Reinhard Wolf. Er ist der Leiter des Referats für Naturschutz und Landschaftspflege im Stuttgarter Regierungspräsidium. Im März vergangenen Jahres holte er die Möhringer Heimatforscherin Sonja Mailänder mit ins Boot. Der Grafiker, Illustrator und Biologe Wolfgang Lang übernahm mit viel Liebe zum Detail die Gestaltung. Mailänder ist eigentlich Geografin. Sie hat bei Wolf einst ein Praktikum gemacht, und er hat ihre Diplomarbeit betreut.

„Wir haben das Glück, unsere eigene Quelle zu haben“

2005 hatte die Heimatforscherin in Zusammenarbeit mit dem Bezirksamt alte Fotografien in dem Bildband „Möhringen – Ein Rückblick in die Vergangenheit“ zusammengestellt. „Der Probstsee war einst die Lehmgrube der Ziegelei Probst“, sagte Mailänder. Das alles ist auch auf den Tafeln nachzulesen.

Eine ähnliche Tafel wird am Ufer des Riedsees zu sehen sein. Auch dieser ist durch Menschenhand entstanden. Er diente der Brauerei Widmaier im Winter zur Eisgewinnung. Auf der zweiten Tafel am Probstsee ist dargestellt, wie sich das Gewässer zu einem „schönen und wertvollen Biotop entwickelt hat“, sagte Mailänder.

Die Finanzierung der Tafeln hat die Umweltstiftung von Stuttgarter Hofbräu übernommen. Seit vielen Jahren hat sie sich dem Thema Wasser verschrieben. Denn: Nur sauberes Wasser bedeutet Qualität für Lebensraum und Lebensmittel. „Wir haben das Glück, unsere eigene Quelle zu haben, aus der wir das Wasser für unsere Produktion fördern“, sagte Martin Alber von der Unternehmensleitung von Stuttgarter Hofbräu. 9000 Euro haben sie für die Tafeln bezahlt.

Schüler untersuchen Wasserqualität

Zudem hat die Stiftung das Projekt „Sauberes Wasser“ der Begabten-AG Biodiva des Schickhardt-Gymnasiums mit 10.000 Euro unterstützt. Der Begriff Biodiva steht für Biodiversität und evolutive Anpassung.

Schüler untersuchen Wasserqualität

Die Schüler hatten mit ihrem Biologie- und Chemielehrer Martin Rausch die Wasserqualität der Möhringer Gewässer wissenschaftlich untersucht. Dabei ging es einerseits um den biologischen Einfluss des Ökosystems, andererseits haben sie mit digitalen Messgeräten die Auswirkungen des Gehalts an chemischen Stoffen und Sauerstoff ermittelt. Die Ergebnisse wurden ebenfalls auf den Informationstafeln festgehalten. „Es ist toll, dass es Lehrer gibt, die mit ihren Schülern das Klassenzimmer verlassen und in der Natur lernen“, lobte Reinhard Wolf, der das Projekt ebenfalls begleitet hatte.

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