Bei der Hausaufgabenbetreuung im Wirtemberg-Gymnasium Untertürkheim darf zwischendurch auch mal gelacht werden. Trotz Mathe. Foto: Lichtgut/Achim Zweygarth

Ganz ohne Mühe und Plage geht es beim Mathelernen nicht. Die Schülerinnen und Schüler müssen natürlich auch selber üben. meint Redakteurin Inge Jacobs.

Stuttgart - Mathe ist für viele ein Problemfach. Es ist gut, dass Schulen und Hochschulen darauf mit vielfältigen Zusatzförderangeboten reagieren. Wer in Mathe einmal den Anschluss verloren hat, kann die Lücken später kaum schließen. Ihm oder ihr fehlen die wichtigen Grundlagen. Das gilt nicht nur für die höheren Klassen, sondern auch fürs Studium. Auch wenn in vielen Studienfächern nicht Mathe drauf steht, steckt viel Mathe drin.

Dabei sollte es allerdings zu denken geben, dass es immer weniger Schüler schaffen, den Stoff im Regelunterricht zu begreifen. Das mag zum einen dran liegen, dass seit dem Wegfall der Grundschulempfehlung mehr nicht so leistungsstarke Schüler aufs Gymnasium geschickt werden. Und fatalerweise haben Gymnasiasten auf dem G8 auch deutlich weniger Zeit als früher auf dem G9, sich den Stoff durch Übung einzuverleiben. Zudem wurden die Lehrinhalte gestrafft. Auch dies hat dazu geführt, dass viele Studierende die Erwartungen der Hochschulen nicht mehr erfüllen können.

Fördermaßnahmen wie am Wirtemberg-Gymnasium kann man nur begrüßen

Insofern kann man nur begrüßen, wenn Schulen wie das Wirtemberg-Gymnasium den Matheunterricht mit einem auch methodisch vielfältigen Förderangebot flankieren. So ein verständlich aufbereiteter Kompetenzkatalog, der die wichtigsten Aufgabentypen samt möglichen Lösungswegen für jede Klassenstufe übersichtlich zusammenfasst, ist wirklich hilfreich. Und das cloudbasierte Lernprogramm hilft dem Lehrer, einen Überblick zu bekommen, wo seine Schüler wirklich stehen, und sie dort abzuholen. Alles fein.

Ein geschmeidigerer Übergang von der Schule zur Hochschule müsste allerdings auf anderer Ebene eingeleitet werden. Denn da geht es um Bildungspläne und Übungszeiten. Um eines werden die Schüler allerdings auch bei optimierten Bedingungen nicht herumkommen: Üben müssen sie selber. Das erfordert Selbstdisziplin. Wer es um 6.55 Uhr zum Mathe-Frühkurs schafft, hat diese bewiesen. Chapeau.

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