In Mühlhausen gibt es jetzt ein Taubenhaus in einem Bauwagen. Es steht auf einer städtischen Grünfläche an der Alten Aldinger Straße. Was ist das Besondere an dem dunkelgrünen Wagen?
Lange Jahre schon hatten Bürger, der Bezirksbeirat Mühlhausen und Bezirksvorsteher Ralf Bohlmann nach einer Lösung des Taubenproblems vor Ort gesucht. Jetzt ist es geglückt mit Hilfe des Stadttauben-Projekts der Kommune. Ein Bauwagen mit zwölf Quadratmeter Fläche und 138 Brutboxen steht nun auf einem städtischen Grundstück neben dem Tierbedarfshändler Fressnapf. Schreiner Daniel Gunzenhäußer hat ihn im Auftrag der Stadt umgebaut.„Es ist der erste grüne Taubenwagen in Stuttgart“, erklärte die Taubenbeauftragte Silvie Brucklacher-Gunzenhäußer.
Der grüne Wagen passt sich der Umgebung an
Warum grün? Weil er sich so optimal in die Umgebung einpasst. Die Leiterin des Ordnungsamts, Susanne Scherz, freute sich mit der Taubenbeauftragten im Amt, Pia Jungbauer, über das Projekt, an dem schon seit mehreren Jahren getüftelt wurde. „Ich bin froh, dass wir den Standort gefunden haben“, sagte Bezirksvorsteher Bohlmann. Es werde noch ein Bauzaun um den Wagen errichtet. Ziel sei, dass der Wagen bis Jahresende von den Tieren angenommen werde, die derzeit jenseits der Aldinger Straße als auch im Bereich Alt-Mühlhausen leben.
Auslöser waren Probleme an der Veitskapelle
Auslöser für das Projekt waren Beschwerden im Jahr 2018 über Taubenkot rund um die Veitskapelle. Dort hatten sich nach einem Brand auf einem Hausdach in der Nähe die Tiere angesiedelt. „Das Problem gibt es dort immer noch“, erklärte Heinz Morhard, Vorsitzender des Bürgervereins Mühlhausen. Er begrüße die Lösung mit dem Taubenwagen, der aufgrund seiner Mobilität auch an einen anderen Platz gestellt werden kann und keine Baugenehmigung braucht.
21 Taubenobjekte in Stuttgart
„Jetzt wird angefüttert“, erklärte Silvie Brucklacher-Gunzenhäußer. Sie kündigte an, dass in Kürze zehn Jungtauben, die gerettet wurden, in den Wagen einziehen werden. Sie sollen andere Tauben anlocken, damit diese dort brüten und ihre Eier legen, die dann durch Kunststoffeier ausgetauscht werden. Auf diese Weise soll die Zahl der Tauben reduziert werden. Der Wagen wird vom Stadttaubenprojekt betreut, bei dem auch Ehrenamtliche mithelfen.
Mühlhausen steht nicht mit diesem Problem alleine da. In ganz Stuttgart ist das Stadttaubenprojekt seit 15 Jahren aktiv. Aktuell gibt es nach Angaben des Ordnungsamts 21 Taubenobjekte in Stuttgart und sechs Taubenschläge sowie vier Brutwände und zwei Taubentürme. Zudem hat die Stadt vier Taubenhäuser, sechs Schläge und fünf Taubenwagen erfolgreich im Einsatz. Die Stadt habe in diesem Jahr 100 000 Euro zur Verfügung für Investitionen für die Tauben und 177 450 Euro für Betriebs- und Unterhaltungskosten.
Auch am Pragsattel und Killesberg Projekte geplant
Weitere Taubenobjekte sollen folgen, etwa an stark belasteten Stelle im Gebiet zwischen Marienplatz und Erwin-Schoettle-Platz. Nach wie vor sei der Taubenturm am Seilerwasen in Bad Cannstatt laut Ordnungsamt nicht voll belegt. Doch auch dort werden weitere Plätze für Objekte gesucht. Vorschläge können an das Ordnungsamt geschickt werden, per E-Mail an Sicherheit@stuttgart.de. Auch das Stadttauben-Projekt Stuttgart braucht ehrenamtliche Helfer. Interessierte melden sich unter taubenteam-stuttgart@gmx.de. Als nächstes soll eine Brutwand in Absprache mit der SSB am Pragsattel entstehen, kündigte Jungbauer an, und am Killesberg wird ein Taubenturm gewünscht.