Daniel Gunzenhäußer ist selbstständiger Schreiner. Kürzlich hat er für das Taubenprojekt des Tierschutzvereins Stuttgart den fünften Taubenwagen eingerichtet. Die Nachfrage steigt. Seit zwei Jahren ist er bundesweit tätig.
„Die Anfragen nehmen zu“, sagt Daniel Gunzenhäußer. Zuletzt hat er seinen ersten moosgrünen Taubenwagen für eine städtische Grünfläche in Mühlhausen erstellt. Die Stadt finanziert das Taubenprojekt des Tierschutzvereins Stuttgart. Nach Angaben von Stuttgarts Ordnungsamtsleiterin Susanne Scherz hat dieser besonders große Wagen mit 138 Brutboxen rund 25 000 Euro gekostet. Die Einrichtung wird, wie in vielen anderen Städten auch, vom Tierschutzverein Stuttgart betreut.
Er habe kein Patent auf Taubenwagen. „Taubenbauwagen haben schon andere vor mir gebaut“, sagt Gunzenhäußer. Er setzt mit seinen werksneuen Bauwagen auf das Augsburger Modell. Dabei handelt es sich um ein tierschutzgerechtes Konzept zur Regulierung und Reduzierung der Stadttauben zum Wohle von Mensch und Tier. Dabei bietet die Stadt betreute Taubenschläge an, in denen die Tauben versorgt und ihre Eier gegen Attrappen ausgetauscht werden. Dieses Modell verfolgt Stuttgart ebenfalls mit dem Stadttaubenkonzept und in Kooperation mit dem Tierschutzverein seit 15 Jahren.
Idee nach zehn Jahren Taubenschlag-Bau geboren
„Nach über zehn Jahren im Bau von Taubenschlägen in Dachböden und frei stehenden Taubenhäusern, entstand die Idee für eine robuste, mobile und unkomplizierte Lösung für den Außenbereich“, so Gunzenhäußer. Er lässt sich die werksneuen Bauwagen deutscher Herstellung mit einer Aufbaulänge von vier bis sechs Metern in seine Werkstatt in Korntal-Münchingen anliefern und baut diese dann komplett selbst aus.
„Wichtig ist mir ein tiergerechter und stabiler Ausbau“, sagt der 46-Jährige, der schon lange Mitglied im Tierschutzverein Stuttgart ist. Da ein Taubenwagen stark beansprucht wird, werden ausschließlich wertige Holzwerkstoffe, wie wasser- und kratzfeste Siebdruckplatten verwendet, damit der Taubenwagen möglichst lange bestehen bleibt und auch gut gereinigt werden kann. Die Elektrik ist vom Bauwagenhersteller vorinstalliert.
Seit zwei Jahren erhält er Aufträge und berät im ganzen Bundesgebiet. „Die letzten Taubenwagen waren für die Stadt Bonn und dieses Jahr unter anderen zwei für Würzburg.“ Dass die Nachfrage nach den Wagen steigt, führt der Schreiner auf die Mobilität und das unkomplizierte Aufstellen ohne lange Genehmigungsverfahren zurück. Auftraggeber sind zu 50 Prozent Städte und 50 Prozent Tierschutzvereine und Taubeninitiativen. „Ich bekomme nur positive Erfolgsrückmeldungen.“ So freut sich der Stuttgarter, dass die Idee Früchte trägt, die dann von Tierschutzvereinen und Taubeninitiativen getragen wird, weil die die aufgestellten Wagen betreuen.
Weitere Informationen gibt es unter www.taubenwagen.de.