Nun vertreibt auch das Bürgerfest die Händler vom Marktplatz. Foto: Horst Rudel

Immer mehr Feste und Veranstaltungen vertreiben den Wochenmarkt von seinem alten Standort. Doch das Ausweichquartier in der Bahnhofstraße hat seine Tücken.

Esslingen - Der Wochenmarkt muss dem Bürgerfest weichen, das beschloss der Gemeinderat in einer seiner letzten Sitzungen. Das heißt, die gemeinsame Veranstaltung, in der Markt- und Vereinsstände zusammen auf dem Esslinger Marktplatz standen, sind passé. Den Grund dafür nennt der Ordnungsamtsleiter Gerhard Gorzellik. Weil die Marktbeschicker früher abbauen, mussten sie mit ihren Lastwagen immer zwischen den Vereinsständen hindurch, und das sei aus Sicherheitsgründen nicht zulässig, sagt Gorzellik.

Viermal im Jahr müssen die Marktbeschicker inzwischen den städtischen und privaten Veranstaltungen weichen. Für das Zwiebelfest, das Marktplatz-Handballturnier, den Mittelaltermarkt und nun auch für das Bürgerfest, das am Samstag, 8. Juli ins Haus steht.

Zwar haben die Händler, die jeden Mittwoch und Samstag Blumen, Gemüse, Käse, Wurst, Fisch und Kaffee verkaufen, ein Ausweichquartier an der Bahnhofstraße. Doch dieses Quartier ist immer mehr bedrängt durch zwei große Baustellen. Das ist die Kreissparkasse, die gerade ihren Hauptsitz umbaut, und demnächst kommt das Karstadt-Areal dazu, auf dem ein großer Einkaufspalast entstehen soll. Gerade die Karstadt-Baustelle führt dazu, dass der Markt geteilt wird und etwa zehn Händler direkt auf dem Bahnhofsvorplatz stehen.

Der geteilte Markt

Eberhard Rühle, der zweite Vorsitzende des Wochenmarkt-Vereins, äußert sich vorsichtig. „Wir sind mit dem geteilten Markt nicht ganz glücklich“, sagt er. Zumal niemand wisse, wie das Geschäft auf dem Bahnhofsvorplatz laufen werde. Evita Hamon betreibt auf dem Wochenmarkt in einem Wägelchen einen Kaffee-Stand. „Was soll die Stadt machen?“, fragt sie angesichts des größeren Sicherheitsbedürfnisses auf dem Markt, das aufgrund des Anschlags auf den Berliner Weihnachtsmarkt gewachsen sei, wie Gorzellik bestätigt. Der Markt müsse sich halt jetzt bewegen, sagt Evita Hamon. Auch ihr wäre es lieber, wenn der Markt in der Bahnhofstraße nicht in zwei Teile zerfallen würden.

Indes dauern die Baustellen nicht ewig. Gorzellik geht davon aus, dass Karstadt und die Kreissparkasse bis zum Ende des kommenden Jahres 2018 fertig sein werden. In Abstimmung mit den Händlern hat die Stadt ein ganz anderes Konzept vorgeschlagen. Das neue Ausweichquartier des Wochenmarktes wird für ein Jahr lang in der Ritterstraße sein. Sollte sich dieser Standort bewähren, dann können sich die Händler im Jahr 2019 entscheiden, ob sie bei Veranstaltungen auf dem Marktplatz in die Ritterstraße ausweichen, oder ob sie in ihr altes Ausweichquartier in die Bahnhofstraße zurückkehren wollen.

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