Bitter für Badegäste: eine der Attraktionen des Mineralfreibads Oberes Bottwartal ist außer Betrieb, vielleicht sogar bis Saisonende. Schuld ist eine riesige Pumpe.
„Ein Besuch in unserem Erlebnisbad ist wie ein Tag Urlaub“. Mit diesem Slogan wird auf der Homepage die Werbetrommel für das Mineralfreibad Oberes Bottwartal gerührt. Allerdings ist es aktuell eine Auszeit vom Alltag mit einem kleinen Makel: mit der Steilrutsche ist eine der Hauptattraktionen bis auf Weiteres außer Betrieb.
Die Pumpe, die Wasser auf die Gleitfläche spült, sei nach rund 20 Jahren im Einsatz kaputtgegangen, sagt die Verwaltungsleiterin des Bads Christine Schächer. „Der Defekt ist auch nicht zu reparieren“, fügt sie hinzu. Man habe alle Hebel in Bewegung gesetzt, die Fühler sogar zu Lieferanten ins Ausland ausgestreckt, um möglichst schnell Ersatz zu besorgen. Doch es dauere acht bis zehn Wochen, bis eine neue Pumpe geliefert werde. Vor vier Wochen habe man das Gerät bestellt, sagt Schächer. Frühestens Mitte September würde es folglich in Oberstenfeld eintreffen. Gut möglich also, dass die Saison zu Ende geht, ohne dass die Steilrutsche wieder freigegeben werden kann.
Man habe bei der Auswahl der Pumpe leider keine freie Hand, betont Schächer. Die Maschinen müssten von der Wasserleistung her exakt auf die Bedürfnisse der Rutsche abgestimmt und vom Tüv abgenommen sein. Werde zu wenig Wasser in die Rinne gespült, drohten Nutzer zu langsam und vom Hintermann eingeholt zu werden. Zu viel Wasser und damit eine zu hohe Geschwindigkeit sei aber auch gefährlich.
Letztendlich hätte man sogar einen Aufpreis für eine rasche und passende Lösung gezahlt oder auf ein Gerät zurückgegriffen, das in einem anderen Bad nicht mehr benötigt wird. Doch die Bemühungen in diese Richtung seien ebenfalls ins Leere gelaufen.
Weitere Attraktionen für die Besucher
„Das ist natürlich ärgerlich“, sagt Christine Schächer zu dem Umstand, dass die Badegäste nun ohne die Steilrutsche auskommen müssen. Doch die Besucher reagierten verständnisvoll, wenn man die Hintergründe erläutere, beteuert sie. Außerdem sei weiterhin für Abwechslung und Spaß gesorgt. Die Verwaltungsleiterin erinnert daran, dass Kunden sich nach wie vor auf der Familienrutsche, der 100-Meter-Riesenrutsche, den Sprungbrettern und anderem mehr amüsieren könnten.
Ein gewisses Spektakel dürfte es auch sein, wenn die neue, rund 10000 Euro teure Pumpe angeliefert und installiert wird. „Die ist riesig und händisch nicht zu tragen“, sagt Christine Schächer.