In den Eingangsbereichen der Stadtbahnhaltestelle Staatsgalerie sucht sich das Regenwasser seinen Weg an den Wänden. Foto:  

Nach nicht einmal vier Jahren in Betrieb zeigen sich an der außergewöhnlich gestalteten Stadtbahnhalte Staatsgalerie in Stuttgart deutliche Gebrauchsspuren. Bei den Stuttgarter Straßenbahnen erklärt man das mit wichtigen weiterhin fehlenden Bauteilen.

Die Stadtbahnhaltestelle Staatsgalerie ist eng verknüpft mit Stuttgart 21: ihr Neubau wurde überhaupt nur notwendig, weil der ursprüngliche Halt dem Bau des neuen Bahnhofs im Wege war. Zudem soll die kühn geschwungene Haltestelle architektonisch an die künftige Bahnsteighalle mit ihren Kelchstützen anknüpfen. Einstweilen macht die Haltestelle der Linien U 1, U 2, U 4, U 9, U 11 und U 14 aber mitunter einen eher trostlosen Eindruck.

 

Es mangelt an der Entwässerung

Vor allem an Regentagen ziehen sich breite Schlieren über die Wände. Der Niederschlag produziert dunkle Flecken auf den Weißbetonflächen, die eigentlich hell wirken sollen. Besonders drastisch zeigt sich das in den vier Treppenhäusern, die von der Oberfläche hinunter auf die Bahnsteigebene führen.

Bei den Stuttgarter Straßenbahnen (SSB) ist man sich der Situation bewusst. „An den gekrümmten Betonoberflächen der Treppenhäuser sind Spuren der Bewitterung nicht gänzlich vermeidbar“, sagt SSB-Sprecher Hans-Joachim Knupfer. Er weist daraufhin, dass wegen des nach wie vor regen Baustellengeschehens im Zusammenhang mit Stuttgart 21 vieles noch vorübergehenden Charakter hat. „Aktuell ist auf der Haltestelle Staatsgalerie nur eine provisorische Wegeführung ausgeführt.“ Die endgültige Oberflächengestaltung, für die die S-21-Projektgesellschaft verantwortlich zeichnet, wird erst zu einem späteren Zeitpunkt ausgeführt. „An den Treppenhäusern und an der Öffnungsschale der Haltestelle fehlen daher noch die planmäßigen umlaufenden Entwässerungsrinnen mitsamt zugehöriger Abdichtung“, erklärt Knupfer.

Erste Reparaturen schon früh nötig

Seit September 2020 ist der neue Halt in Betrieb, seit Dezember 2023 sind wieder alle Verbindungen eingerichtet, die lange Zeit wegen des Neubaus umgeleitet werden mussten. Bereits im Oktober 2023 mussten allerdings wieder Teile der Haltestelle überarbeitet werden. Von „Abplatzungen im Bereich einiger Treppenstufen und Undichtigkeiten im Bereich der Treppenabgänge“ war damals bei den SSB die Rede. Die Arbeiten zogen sich schlussendlich fast zwei Monate lang hin. Die gesperrten Treppen zwangen Fahrgäste auf Umwege.

Es ist nicht ausgeschlossen, dass weitere Ausbesserungsarbeiten noch folgen werden. Neben den deutlichen Wasserspuren zeigen sich auch in den Wänden kleinere Risse. Es stehe noch „vor Ablauf der Gewährleistungsfrist am Rohbau die sogenannte zweite Hauptprüfung“ aus, sagt der SSB-Sprecher. Diese Nachschau erfolge in Zusammenarbeit mit den Tiefbauamt. „Dabei werden festgestellte Mängel entsprechend angezeigt und die Behebung veranlasst.“