Pro und Kontra zum Rauchverbot Sollte im Fußballstadion das Rauchen verboten werden?

Von Yannik Buhl und Jürgen Löhle 

In einigen wenigen Blöcken wie dem Familienblock ist das Rauchen in der Mercedes-Benz-Arena nicht erlaubt. Foto: dpa
In einigen wenigen Blöcken wie dem Familienblock ist das Rauchen in der Mercedes-Benz-Arena nicht erlaubt. Foto: dpa

Wenn die Bayern-Fans am Samstag zum Spiel gegen den VfB nach Stuttgart kommen, dürfen sie in den allermeisten Bereichen des Stadions rauchen – anders als in der heimischen Arena in München. Doch sollte nicht auch in der Mercedes-Benz-Arena Rauchverbot gelten? Unsere Redaktion zeigt sich gespalten.

Stuttgart - Beim FC Bayern – dem Gegner des VfB Stuttgarts im ersten Heimspiel der Saison – darf ab dieser Saison im Stadion nicht mehr geraucht werden. Das Rauchverbot gilt auf allen Rängen der Allianz Arena in München – und auch für E-Zigaretten. Das gibt es sonst nur noch bei den Bundesligisten 1899 Hoffenheim und Bayer Leverkusen. In der Stuttgarter Mercedes-Benz-Arena darf auf den allermeisten Rängen geraucht werden – nur in einigen wenigen Bereichen ist das Rauchen untersagt. Doch ist das ausreichend? Sollte nicht in allen Stadien das Rauchen untersagt sein? Oder ist das übertrieben, weil das Stadion eines der letzten Freiräume für den Raucher darstellt?

Yannik Buhl: Pro Rauchverbot – Kein Entkommen vor dem Qualm

Klar, ein Fußballstadion ist kein Restaurant und keine Kneipe. Es hat ein riesiges, offenes Dach – einen überdimensionierten Rauchabzug, könnte man sagen. Ein Rauchverbot ist trotzdem dringend notwendig. Denn dort sitzen oder stehen Fußballfans Schulter an Schulter – gerade in der häufig ausverkauften Mercedes-Benz-Arena. So gibt es kein Entkommen vor dem Zigarettenrauch.

Im Biergarten können sich Nichtraucher oft einfach ein, zwei Tische weitersetzen – kein Problem. Wer aber das Pech hat, dass sich jemand im Stadion vor, hinter oder neben einem fast zwei Stunden lang immer wieder eine Kippe anzündet, der kann nicht fliehen. Es bleibt dann nur, den Rauchschwaden durch Verrenkungen auszuweichen oder zu hoffen, dass der Wind günstig steht – dann wird aber auch nur der Nebensitzer belästigt. Derart beschäftigt verpassen genervte Nichtraucher schon mal ein Tor oder eine rote Karte.

Im schlimmsten Fall wird der Stadionbesuch durch rauchende Fans also gründlich verhagelt. Auch angesichts der heutigen Ticketpreisen ist das ein Unding. Dabei können Raucher einfach in der Pause in Ruhe vor dem Stadion oder auch abseits der Tribünen quarzen. Je eine Halbzeit ohne Zigarette sollte aushaltbar sein – aus Rücksicht vor dem Nebensitzer.

Jürgen Löhle: Kontra Rauchverbot – Fußballarena ist kein Luftkurort

Gleich vorweg - das Recht des Einzelnen das zu tun, was er will, endet da, wo er die Gesundheit anderer gefährdet. Insofern könnte man sich schon für ein Rauchverbot in allen Bundesligastadien stark machen. Aber sicher nicht zwingend, da die Gefährdung durch Tabakqualm für die allermeisten in einer offenen Arena und unter freiem Himmel wohl sehr klein ist und im Gegenzug zum rauen Kampf auf dem Platz auch schon immer ein wenig Qualm gehört hat.

Eine Fußballarena ist kein Luftkurort und muss das auch nicht sein. Ein Verbot würde Nichtraucher alle 14 Tage für knapp zwei Stunden wahrscheinlich weniger entlasten, als die Fahrt zum Stadion mit dem Auto und dafür im Gegenzug den Qualmern einen der letzten Freiräume rauben. Und solange das Rauchen nicht generell verboten ist, sollte man ihnen den auch lassen.

Viel besser als ein Verbot wäre ein schlichtes Gebot an die Raucher, ein wenig Rücksicht zu nehmen. Also den Rauch nach oben wegblasen und nicht dem Nebenmann ins Gesicht, vielleicht nicht eine an der anderen anzünden oder sich am besten gleich auf die Halbzeit zu beschränken, wenn man sich ein ein wenig aus dem Weg gehen kann. So könnte man im Stadion unter freiem Himmel rauchen ohne groß zu nerven.

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