Rote Rosen gehen immer – oder ist das schon zuviel? Foto: dpa/Robert Günther

Kalt erwischt: am Freitag, 14. Februar, ist Valentinstag. Wer nicht weiß, was er schenken soll, für den haben wir einen Tipp: Blumen! Oder ist das keine gute Idee? Ein Pro und Kontra.

Stuttgart - Für die einen ist es ein böser Gruß aus der kommerziellen Vorhölle, für die anderen ein schöner Tag, an dem man seinen Liebsten eine Freunde machen kann. Am Valentinstag scheiden sich die Geister. Auch bei uns in der Redaktion. Ein Pro und Kontra.

Pro: Simone Höhn würde sich freuen

Liebe Männer, es mag Sie überraschen, aber am Freitag, 14. Februar, ist Valentinstag. Bei uns finden Sie auf die Schnelle noch das passende Geschenk.... “ So ähnlich beginnt eine Werbung einer großen Drogeriemarktkette, die derzeit im Radio läuft. Gendermäßig natürlich total daneben,trotzdem ein bisschen lustig.

Liebe Männer, noch was: Es muss nicht gleich ein Parfum sein, ein paar Blümchen tun es auch! Zugegeben: Der Valentinstag liegt denkbar schlecht am 14. Februar. Eigenhändig pflücken ist nicht drin, was einem vollendeten Liebesbeweis gleich kommen würde. Wobei: Das milde Klima ließ die Rosen und Forsythien teilweise schon im Januar blühen.

Da viele nun vom bevorstehenden Valentinstag vollkommen kalt erwischt werden, bleibt oft nur der Weg in den Blumenladen. Seit Jahren hält sich hartnäckig das Gerücht, die Floristen hätten den Valentinstag aus rein wirtschaftlichen Gründen erfunden. Was für eine niederschmetternd unterkühlte These am Tag der Liebe! Immer diese Entzauberungsversuche, typisch Deutsch!

Nachdem einem der Blumenkauf nun auch noch vom Klimawandel vergällt wird (böse Flugrosen!), bleibt am Ende wohl doch nur der Kauf eines Buketts mit Fair-Trade-Label. Gender-Fußnote: Auch Frauen dürfen am Valentinstag ihrem Liebsten etwas schenken. Ökologisch korrekte Papierblumen zum Beispiel. Oder man wird kreativ und greift ins Gemüseregal, so wie der Kollege Michael Setzer.

Kontra: Michael Setzer verschenkt lieber Brokkoli mit Schleife

Blumen. Sehen super aus, klar. Duften auch, natürlich. Toll. Kritisch betrachtet sollte allerdings die Haltbarkeit werden: ungefähr drei, vier Tage, dann landet das Gestrüpp im Müll. Das ist ein mieser Platz für Liebe und Herzensangelegenheiten.

Wenn der Valentinstag eine Art symbolischer Tag sein soll, wäre da spätestens beim Gang zum Mülleimer alles gesagt. Mit der gleichen Konsequenz könnte man auch einen reifen Camembert verschenken. Himmel, selbst eine geöffnete Avocado hält länger.

Als ein Hoch auf die tapferen Freiheitskämpfer, die sich mutig dem Diktat der Floristen-Lobby widersetzen, sollte das aber nicht fehlgedeutet werden. Was knallharten Lobbyismus angeht, sind Blumenverkäufer nun wahrlich kleine Lichtchen.

Außerdem: Floristen sind in der Mehrzahl wahnsinnig nette Leute. Eine in Heslach sagte mal, ihr mache derzeit nur eines Angst: Dass der 16-jährigen Tochter im Winter die Knöchel abfrieren könnten, weil die zu kleine Socken zu den Sneakers trägt. Mit Menschen die solche Sachen sagen, sollte man sich viel öfter treffen, nicht nur am Valentinstag.

Am Valentinstag steht der Laden voll mit Typen, die „noch kurz Blumen besorgen“ müssen, weil man das halt so macht. Da hat die Frau keine Zeit für ein Schwätzchen.

Komm, Brokkoli besorgen, Schleife dran und wenn man sich eh Topf und Deckel ist, gemeinsam kochen und einen schönen Abend haben. Und küssen. Küssen ist wichtig.

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