Rémy Best (links) und Armin Eiche von Pictet am Schlossplatz Foto: Lg/Reich

Sie verwaltet ein Riesenvermögen: Die Privatbank Pictet aus Genf hat ein Büro in Stuttgart eröffnet – zum Auftakt gab es Arien. Auf dem Wasen dominiert der Schlager und Tony Marshall erzählt.

Stuttgart - Nicht mit Aktien, sondern mit Arien hat sich die Pictet-Bank den Stuttgartern vorgestellt. Die Sopranistin Diana Damrau und der Bariton Markus Eiche sangen im Weißen Saal des Neuen Schlosses Werke von Mozart bis Massenet. Mit der Operngala feierte die Privatfirma mit Sitz in Genf am Donnerstag die Eröffnung ihres Büros im Dorotheen-Quartier. „Das bot sich an“, sagte Armin Eiche, der Chef der Vermögensberatung Deutschland, beim „get together“ in den neuen Räumen, „wenn man einen Bruder hat, der eine internationale Karriere gemacht hat.“

Mit Traumblick aus den bodentiefen Fenstern auf die Stiftskirche will Pictet (sprich: Picté) die solventen Privatiers und Unternehmen aus der Region beraten. „Wir sind hier, um unseren Kunden zu dienen und nicht um mehr Geld als Firma zu machen“, erklärte Rémy Best, einer der sechs Teilhaber. Freilich bringe der Erfolg des einen zwangsläufig das andere mit sich.

Das Stuttgarter Büro ist das 27.  der 1805 gegründeten und immer noch familiengeführten Unternehmensgruppe und das dritte deutsche nach Frankfurt und München. Damit darf sich die Schwabenmetropole einreihen in eine klangvolle Reihe: London, Hongkong, Tokio . . . Zur Verdeutlichung: Die rund 4200 Mitarbeiter verwalten und verwahren ein Vermögen von rund 479 Milliarden Schweizer Franken, das entspricht in etwa 438 Milliarden Euro.

Vor zwei Jahren fiel die Entscheidung, nicht mehr aus Frankfurt zu pendeln, sondern ein eigenes Büro im Herzen von Stuttgart zu eröffnen. „Es hat mit dem Umzug so lange gedauert, weil wir in dieses Quartier hinein wollten“, sagte Eiche, der selbst in Stuttgart lebt. Die Zukunft illustrierte Rémy Best anhand einer Anekdote: Kürzlich habe er einen Vertreter der katholischen Kirche gefragt, wie denn der Zeithorizont seiner geplanten Investition sei. Die Antwort: „Bis in die Ewigkeit.“ Mindestens in menschlicher Perspektive gelte das auch für Pictet, so Best: „Wir haben noch nie ein Büro geschlossen.“

Fast 80 und kein bisschen müde

„Ein Schlagerstar für die Ewigkeit“: So könnte man Tony Marshall bezeichnen. Der Sänger („Schöne Maid“), der in einem halben Jahr 80 wird, will von der Bühne nicht lassen. „Drafi Deutscher, Roy Black, Andrea Jürgens, alle sind tot. Aber ich lebe noch“, erzählte er am Mittwochabend auf dem Cannstatter Wasen. Dort trat er bei der „Pressenacht“ im Zelt von Sonja Merz auf, gemeinsam mit seinem Sohn Pascal. „Vor Ihnen sitzt ein Urgroßvater“, stellte er beim Gespräch klar. Der Patriarch lebt, umgeben von seiner Familie, in Baden-Baden. Seit 55 Jahren ist er verheiratet, seit 1955 steht er auf der Bühne. „Ohne Botox“, wie er betonte.

Die Loge mit den Gästen der Mediennacht war voll, was auch in Not geratene Journalisten freut, denn der Erlös aus der Tombola – Losfee war Ex-Torhüter Timo Hildebrand – geht an die Pressestiftung. Im Zelt allerdings blieben etliche Tische leer: „Das ist keine schöne Kulisse für unsere Veranstaltung“, bedauerte die Organisatorin Sandra Vogelmann.

Dann belegt man besser das ganze Zelt, was Breuninger seit Jahren mit dem Kundenevent Wasenliebe gelingt. Diesmal traten Voxxclub auf, die allerdings ihren einzigen Hit „Rocki Mi“ gleich am Anfang verschossen. Oder aber man macht die Party in der Loge quasi zum Fest im Fest, wie beim Klassiker, der Wasensause des „Top Magazins“. Wie jedes Jahr brachte Graziano D’Arcangelo alias Luigi die Stadtprominenz mit DJ Ötzis „Ein Stern . . .“ zum Kochen. Daran rütteln? Nicht auszudenken!

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