Prinzessin Märtha Louise (47) ist das älteste Kind von Harald V., König von Norwegen, und Sonja, Königin von Norwegen, Kronprinz Hakoon ist ihr Bruder. Foto: dpa

Prinzessin Märtha Louise, die Schwester von Prinz Hakoon von Norwegen hat einen Hang zum Übersinnlichen und wurde dafür oft kritisiert. Dass sie jetzt einen Schamanen zum Freund hat, überrascht nicht. Wie tickt die 47-Jährige, die angeblich mit Engeln kommunizieren kann?

Oslo - Sie glaube nicht, dass es Engel gibt, sagt Märtha-Louise einmal, „ich weiß das.“ Die 47-jährige Schwester von Prinz Hakoon von Norwegen, die unlängst mit ihrer Beziehung zu einem Schamanen in die Schlagzeilen geriet, ist eigentlich Physiotherapeutin von Beruf. Nach einem abgebrochenen Studium der Literatur in Oxford, sattelte die leidenschaftliche Springreiterin um und ließ sich zur Krankengymnastin ausbilden. Doch der bodenständige Beruf schien sie nicht auszufüllen. Sie schrieb mehrere Kinderbücher und verdingte sich als Märchenerzählerin bis sie ihre wahre Berufung für sich entdeckte: Geistheilerin.

Kurse im Handauflegen und zur Selbstheilung

2007 gründete die Mutter von drei Töchtern und Ex-Frau des Schriftstellers Ari Behn zusammen mit ihrer Freundin Elisabeth Nordeng das esoterische Zentrum „Astarte Education“, das später in „Soulspring“ umbenannt wurde. Dort kann man Kurse im Handauflegen und zur Selbstheilung belegen. Die Prinzessin warb damit, dass sie Engel sehen könne. Einer Regionalzeitung erklärte sie, dass sie auch mit Toten kommuniziere. Die „Engelsschule“ wurde prompt harsch kritisiert. Psychologen warnten vor der Vereinnahmung unsicherer Persönlichkeiten. Theologen kritisierten die unseriöse Botschaft, und der norwegische Publizist Trygve Hegnar urteilte: „Reiner Schwindel“. Die Prinzessin machte unbeirrt weiter, schließlich habe sie schon seit ihrer Kindheit hellseherische und übernatürliche Fähigkeiten besessen.

Häme und Kritik für die Prinzessin

Auch als Märtha Louise 2010 ihr erstes Buch „Schutzengel begleiten dich“ heraus brachte, hagelte es Häme und Kritik. Das Nachfolgerbuch „Engel und ihre Geheimnisse“ 2012 machte es nicht besser. Vollkommen durchgeknallt, lautete der Tenor der Kommentare. Der norwegische Politikwissenschaftler Trond Nordby urteilte gar, sie würde ihren Titel als Prinzessin missbrauchen: „Sie selbst kann in ihrer Naivität leben. Aber wenn sie ihren Titel kommerziell verwertet, ist das nicht in Ordnung.“ „Ich bin nun mal Prinzessin, das kann ich nicht aus meinem Leben streichen,“ verteidigte sich Märtha Louise.

Ein Buch über Hochsensibilität

Im vergangenen Jahr versuchte sie ihre Veranlagung als weltliches Thema zu verkaufen und veröffentlichte das Buch „Hochsensibel geboren. Wie Empfindsamkeit stark machen kann.“ Darin beschreibt sie zum Beispiel die Selbstzweifel, von denen sie als Kind geplagt wurde: „Ich fühlte mich damals nicht gut genug für die Prinzessinnenrolle. Ich fühlte, dass ich nicht den Status verdiene, den mir diese Rolle gibt. Ich suchte nach einer anderen Aufgabe.“ Hochsensibilität betrifft angeblich 20 Prozent der Bevölkerung. Die Betroffenen nehmen Sinnesreize und Gefühle viel stärker wahr als andere. Das erschwert ihnen den Alltag und macht sie oft zu Außenseitern. Oder wie es Märtha Louise in einem Interview selbst formulierte: „Ich bin nicht schräg, ich bin hochsensibel.“

Neue Liebe zu einem Schamanen

Drei Jahre nach ihrer Trennung von Ari Behn hat Märtha Louise nun einen neuen Lebensgefährten präsentiert. Auf ihrem Instagram-Konto teilte sie mit, der Schamane Durek aus Los Angeles sei ihr neuer Freund und veröffentlichte dazu ein Foto. „Er hat mein Leben verändert“, schrieb die Prinzessin in ihrem Beitrag.

Schaman Durek ist seiner eigenen Webseite zufolge ein spiritueller Führer und Heiler. Die beiden arbeiten seit längerem eine Vortragsreise zum Thema Selbstrealisierung aus, berichtet die norwegische Zeitung „Dagbladet“. Schließlich muss sie sich auch beruflich umorientieren – die Engelsschule soll diesen Mai geschlossen werden. Märtha Louise sagte nach der Nachricht im vergangenen Herbst, es seien „Energien“ entstanden, die die beiden Schulgründerinnen nun in unterschiedliche Richtungen lenken würden.

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