Stuttgarter Jubel – die VfB-Profis feiern das frühe 1:0 in Münster. Foto: imago//Marc Niemeyer

Trainer Sebastian Hoeneß hatte ein „ekliges Spiel“ erwartet, tatsächlich wurde die erste Pokalrunde zum Spaziergang. Der VfB Stuttgart lässt Preußen Münster keine Chance – aus diesen Gründen.

Irgendwie war die Sache schon vorher entschieden. Zu überlegen war der VfB, zu klar der Klassenunterschied zwischen dem deutlich unterlegenen Zweitligisten Preußen Münster und dem Champions-League-Teilnehmer – als Pascal Stenzel in der 35. Minute zum Stuttgarter 3:0 einköpfte, da war endgültig alles klar. Am Ende hieß es 5:0, der VfB also zog am Dienstagabend souverän in die zweite Runde des DFB-Pokals ein – was den Trainer Sebastian Hoeneß freute. „Wir waren sehr fokussiert, sehr konzentriert und haben es geschafft, viele Chancen zu kreieren und hinten nichts zuzulassen“, sagte der Coach nach der Partie: „Das ist nicht selbstverständlich bei einem Zweitligisten.“

 

Es war an diesem einseitigen Pokalabend nicht lange gegangen, da hatte Hoeneß seine erste kurze Jubeltour schon hinter sich – der Trainer ging die Stuttgarter Bank entlang und klatschte jeden Ersatzspieler ab, nachdem Angelo Stiller in Minute sieben nach einem Eckball samt anschließendem Durcheinander vor dem Tor zum 1:0 einschob.

Wenig später jubelte Hoeneß wieder – weil seine Jungs auf dem Platz früh klare Verhältnisse schafften. Stiller baute in der 15. Minute vom eigenen Sechzehner aus das Spiel auf, ein Pass folgte dem nächsten, ehe die Kugel vorne wieder beim Mittelfeldmann ankam. Stiller flankte von links auf Ermedin Demirovic – der Neuzugang musste nur noch eine der leichtesten Stürmer-Übungen zu Ende bringen: freistehend aus kurzer Distanz einköpfen, 2:0.

Die Spannung also war früh raus. Zu groß waren die Unterschiede zwischen dem Zweitliga-Aufsteiger und dem Vizemeister, dessen Coach Hoeneß vorher eine „eklige Partie“ erwartet hatte. Eklig war der Pokalabend dann für den überforderten Gastgeber. Auch, weil speziell eine Umstellung des VfB-Trainers im Vergleich zum Liga-Auftakt beim SC Freiburg (1:3) fruchtete.

So gab Stiller anders als beim Sport-Club aufgrund der personellen Not in der Innenverteidigung nicht mehr den zentralen Abwehrmann, sondern den Taktgeber im Mittelfeldzentrum. Und, was soll man sagen – nicht nur angesichts der frühen Torvorlage und des frühen eigenen Treffers zeigte Stiller in Münster, wie wertvoll er eben auf seiner angestammten Position in der Mitte ist.

Aus dieser entsprang nach dem frühen 2:0 weiter ein Fluss, der VfB dominierte in allen Belangen. Ein Feuerwerk war es aber nicht, das die Jungs in den roten Auswärtstrikots abbrannten – das hatten die mitgereisten Anhänger schon vorher erledigt. Ihre veritable rote Rauchbombe verhinderte vor dem Anpfiff die freie Sicht und verzögerte den Spielbeginn um ein paar Minuten.

Auf dem Platz hatte, um kurz im Bild zu bleiben, nur der VfB den Durchblick. Das war insbesondere beim schön herausgespielten 3:0 durch Stenzel zu sehen. Chris Führich passte auf seinen Partner auf der linken Außenbahn, Maximilian Mittelstädt leitete zu Demirovic weiter – und der Angreifer zeigte, dass er nicht nur köpfen, sondern auch flanken kann. Seine Hereingabe landete bei Rechtsverteidiger Stenzel, der aus kurzer Distanz per Kopf traf.

Mit dem 3:0 ging es in die Pause, nach der zunächst nicht mehr viel passierte. Der VfB spielte die Sache souverän runter, wie das dann so schön heißt – und kam durch einen satten Rechtsschuss des Neuzugangs Nick Woltemade, der in der Startelf stand, noch zum 4:0 in der 72. Minute. Kapitän Atakan Karazor schließlich erzielte per Handelfmeter das 5:0 in Minute 80.

Am Samstag gegen Mainz

Nach der souverän gelösten Pflichtaufgabe wartet nun, wenn man so will, die nächste Pflichtübung für den VfB. Denn an diesem Samstag sollte nach der Auftaktpleite in Freiburg gegen den FSV Mainz 05 im ersten Bundesliga-Heimspiel der Saison nicht die nächste Niederlage folgen. Am Sonntag dann wird die zweite Pokalrunde ausgelost (17.10 Uhr/ZDF). Der VfB hofft auf eine ähnlich machbare Aufgabe wie in Runde eins.

Nach dem Wochenende steht die erste Länderspielpause in dieser Saison an. Angelo Stiller wird Medienberichten zufolge erstmals dabei sein im Kreise der DFB-Elf. Warum, das zeigte er nach seiner bärenstarken vergangenen Saison nun auch bei seinem starken Auftritt im DFB-Pokal in Münster.