Für den VfB-Präsidenten Wolfgang Dietrich (links) lief bei der Mitgliederversammlung alles aus dem Ruder. Foto: Pressefoto Baumann

Die turbulente Mitgliederversammlung des VfB Stuttgart beschäftigt auch die nationale Presse. So eine Panne hat es noch nie gegeben.

Stuttgart - Die völlig verkorkste Mitgliederversammlung des VfB Stuttgart beschäftig die deutsche Fußballszene. Weil das Wlan nicht funktionierte, kam es nicht zum Misstrauensvotum gegen den Präsidenten Wolfgang Dietrich. Im September soll es eine neue Versammlung geben – die Unruhe im Verein bleibt also über die Sommerferien erhalten. Die Pressestimmen zum VfB:

„Bild“: Fan-Wut, Wlan-Panne bei Versammlung, Misstrauensvotum abgesagt: VfB-Präsident mit Leibwächter aus dem Stadion gebracht. Peinlicher geht’s nicht mehr! (...) Lautstarke „Dietrich raus!“-Rufe und gellende Pfiffe waren die Folge, der Präsi verschwand in Begleitung eines Leibwächters durch den Kabinengang.

„Frankfurter Allgemeine“: Die Führungskrise des VfB Stuttgart um den umstrittenen Präsidenten Wolfgang Dietrich nimmt skurrile Züge an. Kurz vor der auf der Tagesordnung vermerkten Abstimmung über seine Abwahl brach der 70-Jährige die Mitgliederversammlung am Sonntag unter den lautstarken Pfiffen etlicher Anhänger ab – weil die Technik streikte. Zuvor hatten die rund 4500 Anwesenden mehrfach vergeblich versucht, sich mit ihren Handys in ein extra eingerichtetes WLAN des Stuttgarter Stadions einzuloggen, um an Abstimmungen teilnehmen zu können.

„Südwestpresse“: Etwas überraschend war, dass aus dem Führungsteam der Schwaben lediglich Dietrichs Präsidiumskollege Bernd Gaiser deutlich gegen eine Abwahl plädiert hatte. Der Vorstand um Sportchef Thomas Hitzlsperger hatte sich dahingehend zurückgehalten.

„Kicker“: Als Dietrich diese Entscheidung nach rund sechs Stunden den über 4500 anwesenden Mitgliedern mitteilte und von einem „schwarzen Tag in der Vereinsgeschichte“ sprach, waren bereits Ordner aufmarschiert. Die Mercedes-Benz-Arena kochte förmlich vor Wut. Zu diesem Zeitpunkt war nicht mehr ausgeschlossen, dass die Dietrich-Kritiker die nötige Mehrheit von 75 Prozent zusammenbekommen könnten, um den ungeliebten Präsidenten gut ein Jahr vor dem Ende von dessen Amtszeit zu stürzen. Eine WLAN-Störung rettet Dietrich vorerst den Posten – dieser Eindruck drängte sich nach dieser turbulenten Versammlung auf.

„Badische Zeitung“: Eine solche Panne hat es in der Historie der Schwaben noch nie gegeben. Die technischen Probleme erregten umso mehr den Unmut der anwesenden Mitglieder, weil durch sie auch die Abstimmung über Dietrichs Zukunft entfiel.

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