Ein Taliban-Kämpfer steht Wache (Archivfoto). Immer wieder kommt es in Afghanistan zu Einschüchterungen und willkürlichen Festnahmen. Foto: Ebrahim Noroozi/AP/dpa

Journalisten sind in Afghanistan durch die islamistischen Taliban starken Repressionen ausgesetzt. Erneut gibt es nun einen Vorfall, bei dem Medienschaffende bedroht wurden.

Kabul - Die in Afghanistan herrschenden Taliban haben eine Radiostation in der ostafghanischen Provinz Chost gewaltsam geräumt. Wie die Organisation Afghanisches Journalistenzentrum (AFJC) unter Berufung auf Quellen vor Ort mitteilte, sollen Sicherheitskräfte der Taliban-Regierung nach Eindringen in das Büro die Ausrüstung gewaltsam entfernt und Mitarbeiter bedroht haben.

Vier Mitarbeiter seien vorübergehend festgenommen worden, der Leiter des Radios sei bereits seit einer Woche in Taliban-Gewahrsam. Das Radio habe seine Aktivität seither eingestellt.

Der Polizeisprecher der Provinz habe das gewaltsame Vorgehen mit einer Nichtzahlung der monatlichen Miete begründet, so das AFJC. Laut Menschenrechtsorganisationen sind Journalisten in Afghanistan unter den islamistischen Taliban starken Repressionen ausgesetzt.

Immer wieder komme es zu Einschüchterungen und willkürlichen Festnahmen. Im vergangenen Jahr musste ein Frauenradio im Norden des Landes vorübergehend schließen, weil der Sender während der Fastenzeit Musik gespielt haben soll.