Dir g’hört dr Dibbel bohrt! Keiner bruddelt so schön wie Schwaben. Eine wahre Freude ist, wie rockig beim zweiten Teil des Kinohits „Die Kirche bleibt im Dorf“ geflucht wird. Eine Woche vor dem Start in 124 Kinos, dem viele entgegenfiebern, lief der Film im Metropol exklusiv für unsere Leser.

Stuttgart - Heilix bembelere! Der „schwäbische Bloggbaschter“, der mit einer halben Million Zuschauern der Überraschungserfolg des Sommers 2012 war, kommt in der Fortsetzung musikalisch noch fetziger daher.

Achtung, akute Ohrwurm-Gefahr! Wer die Komödie von Ulrike Grote gesehen hat, die unter dem neuen Titel „Täterätä!Die Kirche bleibt im Dorf 2“ in einer Woche nicht nur in schwäbischen Kinos anläuft, bekommt ein Lied nur schwer aus den Kopf.

Und jetzt alle! „Biberlibabdua“ – dieser Ruf wird als Hit bald durch die Republik hallen und den Fischköpfen zeigen, wie cool mir Schwoba send!

Biberlibabdua – die verrückten Schwaben sind wieder da! Es gibt viele Fans der schrägen Streithähne aus den Dörfern Oberrieslingen und Unterrieslingen, die es nach dem ersten Teil im Kino und der Fernsehserie kaum abwarten können, wie es weitergeht. Leserinnen und Leser der Stuttgarter Nachrichten haben das Glück, dass sie vieles zuerst erfahren, ob in der Zeitung oder auf der Kinoleinwand. Gemeinsam mit Lotto Baden-Württemberg haben wir am Mittwochabend eine Vorpremiere im Metropol-Kino gefeiert, zu der Regisseurin Ulrike Grote mit den Schauspielern Joachim Raaf und Frank Stöckle gekommen sind. 50 mal zwei Karten gab’s bei uns für diese exklusive Vorstellung zu gewinnen.

Wie oft hatte Regisseurin Grote, für die es im Metropol Blumen gab, am Anfang hören müssen, so ein Dialekt-Stoff funktioniere allenfalls auf Bayerisch, aber nicht auf Schwäbisch! Sie beweist in der Fortsetzung, dass das ein Leddageschwätz isch.

„Nicht kleckern , sondern klotzen“ – dies sagt sich der Stuttgarter Verleih Camino, der mit der Fortsetzung in die Vollen geht. Beim ersten Teil vor drei Jahren hatte man nur in wenigen schwäbischen Kinos die „Kirche“ gezeigt und ist dann vom Erfolg regelrecht überrollt worden. Diesmal startet die Komödie mit 124 Kopien. Eine besondere Premiere wird am Donnerstag nächster Woche in Hamburg gefeiert. Dort leben viele der schwäbischen Darsteller, die ihre Herkunft und ihre schöne Sprache schon lange nicht mehr verstecken. Keiner singt mehr: „Schaffe, schaffe, Häusle baua.“ Jetzt heißt es: „Biberlibabdua!“

Wieder mit von der Partie: Der amerikanische Doppelgänger von Robert Redford und die kiffende Oma alias Sabine Hahn, die alle rumkommandiert. Die beiden dürfen diesmal mit den zu einer Band fusionierten Unter- und Oberrieslingern auf Reisen gehen. Das Ziel ist Hamburg, wo sich die Autorin nicht nur gut auskennt (sie lebt dort), sondern wo es auch optimale Reibung für Situationskomik gibt. Wenn schwäbische Sturheit auf norddeutsche Kühle stößt, kann beste Unterhaltung herauskommen.

Ein schwäbisches Roadmovie ist entstanden. Wie übersetzt man Roadmovie? Vielleicht mit Stroßafeger? Die Handlung im ersten Teil mag spannender und überraschender gewesen sein, Doch in der Fortsetzung sind die Musik und die Landschaftsaufnahmen viel besser. Dieses „Schubdidu- Biberlibabdua“ könnte ein neuer schwäbischer Klassiker werden.

Im Dialekt, sagt Lotto-Chefin Marion Caspers-Merk, die sich eine „gelernte Südbadenerin“ nennt, kämen Gefühlsausbrüche „weniger drastisch, dafür umso treffender“ rüber. Sie hat deshalb die neue Kinowerbung von Lotto wieder auf Schwäbisch produzieren lassen – von der Filmproduktionsfirma von Ulrike Grote.

„Zumindest beim Dialekt bleibe ich ein Reingehörter“, meinte Wolfgang Molitor, der stellvertretende Chefredakteur der Stuttgarter Nachrichten, bei seiner Begrüßung. Den Dialekt müsse man ja auch nicht perfekt verstehen, erst recht sollte man nicht versuchen, ihn zu imitieren, wenn man’s nicht kann. Aber eines dürfe man: ihn genießen – in diesem Film besonders: „Dialekt schmeckt.“ Vielleicht könne man im Stuttgarter Pressehaus demnächst von Ober- und Unterrieslingen lernen, wie es an manchen Stellen gemeinsam noch besser funktioniere als getrennt, sagte Molitor.

So oder so: Bruddeln gehört dazu – für Schwaben ist’s ein Teil der Lebensqualität. Schwäbische Flüche sind wie gute Rockmusik, die jeder versteht, weil sie in Mark und Bein geht. Hemmers? Und wenn es ganz hart kommt, wenn nichts gelingen mag, hilft eines immer: Sing „Biberlibabdua“!

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