Neben Regisseur Raoul Peck (links) und Hollywoodstar Samuel L. Jackson (rechts) kamen zahlreiche afroamerikanische Schauspieler zur Premiere von „I Am Not Your Negro“. Foto: dpa

Samuel L. Jackson liest Baldwin: Der Dokumentarfilm „I Am Not Your Negro“ dreht sich um das Leben des homosexuellen Bürgerrechtsaktivisten James Baldwin und stellt sich gegen Rassenhass. Am Donnerstag glänzten die Stars bei der Film-Premiere in Los Angeles.

Los Angeles - Gemeinsam mit Hollywoodstar Samuel L. Jacksonfeierte Regisseur Raoul Peck am Donnerstagabend im Los Angeles County Museum of Art die Premiere seines neuen Dokumentationsfilms „I Am Not Your Negro“. In der aufreibende Doku, die sich dem bewegten Leben des bekennenden homosexuellen Bürgerrechtsaktivisten James Baldwin widmet, liest Jackson immer wieder Passagen aus den unfertigen Memorien Baldwins vor.

Plädoyer gegen Rassenhass

Baldwin selbst war einer der bedeutendsten afroamerikanischen Autoren des 20. Jahrhunderts. Seine Erzählungen über Rassismus und Sexualität in den 1950er und 1960er Jahren sind berühmt für den persönlichen Stil, in dem Fragen der Identität von Schwarzen und Homosexuellen und dem damit verbundenen sozialen und psychologischen Druck zur Sprache kommen. Als Grundlage für „I Am Not Your Negro“ diente das unvollständige Manuskript „Remember This House“ zu Baldwins Memoiren, das er vor seinem Tod im Dezember 1987 nicht mehr fertigstellen konnte.

Neben Textpassagen aus dem Manuskript finden sich im Dokumentarfilm auch Originalaufnahmen von Interviews mit James Baldwin, hinzu kommen Auftritte von Freunden und Mitstreitern wie von dem Bürgerrechtsaktivisten Medgar Evers sowie von den Menschrechtsaktivisten und Freihheitskämpfern Malcolm Xund Martin Luther King Jr. Mit aktuellen Aufnahmen aus den USA wird auch die brutale Polizeigewalt gegenüber Afroamerikanern thematisiert, wie beispielsweise in der Stadt Ferguson im Jahr 2014.

Anwärter auf einen Oscar?

Das dramatische Plädoyer gegen Rassenhass von Regisseur Raoul Peck befindet sich auch unter den letzten 15 Kandidaten im Rennen um den diesjährigen Oscar. Welche fünf Dokumentationen dann tatsächlich nominiert werden, will die Academy am 24. Januar bekannt geben. Der Film kommt am 3. Februar in die US-Kinos, einen deutschen Starttermin für „I Am Not Your Negro“ gibt es derweil noch nicht. Allerdings hat sich Amazon schon jetzt die exklusiven Streaming-Rechte gesichert.

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