Szene aus Roman Novitzkys neuem Ballett „Under the surface“ Foto: Stuttgarter Ballett

Es sind die letzten Uraufführungen, die Reid Anderson als Intendant des Stuttgarter Balletts in Auftrag gegeben hat. Nicht nur deshalb machen „Die Fantastischen Fünf“, die am Freitag erstmals das Schauspielhaus bespielten, ein bisschen wehmütig.

Stuttgart - Mehr Abwechslung geht nicht. Für jeden ist etwas dabei, wenn das Stuttgarter Ballett im Schauspielhaus „Die fantastischen Fünf“ zeigt wie erstmals am Freitag. Tanztheateratmosphäre im Wechsel von Stimmungen und Musik bietet Roman Novitzky in „Under the surface“. Wer’s klassischer mag, freut sich über Fabio Adorisios virtuos-verwickelte Paarbegegnungen in „Or noir“, der von einem Streicherquintett live begleitet wird. Ein aufwühlend spannender Spitzen-Thriller ist Katarzyna Kozielskas „Take your pleasure seriously“.

Starke Tänzer machen jedes Stück sehenswert

Für alle, die Technosound und pulsierende Ensembleszenen mögen, dreht Louis Stiens in „Skinny“ die Regler auf. Und Marco Goecke verabschiedet sich mit Jazz-Club-Atmosphäre in „Almost blue“ mit präzise platzierten Gesten und Emotionen von seinem Stuttgarter Publikum, das ihn am Ende mit Blumen überhäufte und zu Tränen rührte. Mancher dieser fünf Uraufführungen hätte eine strengere Dramaturgie gut getan, doch starke Tänzer machten jedes Stück sehenswert und hatten den vielen Applaus verdient. Der galt auch dem scheidenden Stuttgarter Intendanten Reid Anderson, der mit diesen „Fantastischen Fünf“ in seiner 22. und letzten Spielzeit noch einmal fünffachen Mut zum Risiko bewies.

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