Ray Lynch mit drei Hauptdarstellern von „The Wiz“: Amr Ramal als Blechmann, Justine Klaiber alias Dorothy, und Luca Sieberath als Fee Glinda (von links). Foto: Hauptmann

„The Wiz – Das zauberhafte Land“ feierte im Kulturhaus Arena Premiere. Das zehnte Musicalprojekt der Abteilung Erziehungshilfen des Jugendamtes ist zugleich das letzte.

Wangen - Gut zwölf Wochen lang haben Kinder und Jugendliche aus Wohngruppen, Pflege- und Adoptivfamilien sowie aus den ambulanten Hilfen für ihren großen Auftritt geprobt. „Es war eine intensive, eine wunderbare Zeit“, schwärmt Ray Lynch, der künstlerische Leiter des Musicalprojektes der Abteilung Erziehungshilfen des Stuttgarter Jugendamts. Am Sonntag feierte „The Wiz – Das zauberhafte Land“ im Kulturhaus Arena in Wangen vor rund 600 Gästen Premiere. Unter den begeisterten Zuschauern war auch Bürgermeisterin für Jugend und Bildung, Isabel Fezer.

Das zehnte Musicalprojekt ist zugleich das letzte: „Wenn es am schönsten ist, soll man aufhören“, kündigt Abteilungsleiter Lucas-Johannes Herzog mit Bedauern an. Diese Entscheidung sei nicht leicht gefallen. „Aber ich bin mir ganz sicher: Jedes gute Ende eröffnet Raum und Möglichkeiten für etwas Neues.“ Ideen gebe es bereits, aber die seien noch nicht konkret, fügt Projektmanagerin Waltraud Stuntebeck hinzu. Für Volker Kümmel, den Projektleiter der ersten Stunde, „schließt sich nun der Kreis“. Stolz verweist er darauf, dass das Musicalprojekt eine Erfolgsgeschichte ist: 2005 begann alles mit dem Musical „König der Löwen“, dann folgte die berührende Geschichte von „Billy – We will dance“. In fast jährlichem Abstand wurden weitere Musicals, wie „Mary Poppins“, „Hairspray“, „Happy Feet“, „East Side – West Side“, „Fame“, „Grease“ und zuletzt „Charly und die Schokoladenfabrik“ aufgeführt.

Zunehmend professioneller

Dabei wurden die Aufführungen zunehmend professioneller: Erst kam eine Band dazu, dann ein Chor, dann gab es Schauspiel- und Sprechunterricht sowie Tanzproben für die Laiendarsteller und immer wieder begleitete auch eine Gruppe von Jugendlichen das Musicalprojekt medial und drehte unter fachkundiger Anleitung einen Film. Auch das Bühnenbild und die Kostüme waren jedes Mal ein fantastisches Erlebnis – alles wurde in Eigenleistung von Mitarbeitern des Jugendamtes den Akteuren angefertigt. Die jungen Menschen werden in diesem Projekt intensiv begleitet, ihre künstlerische und kreative Bildung gefördert. Es gab viel Spaß in der Gemeinschaft, die Kinder konnten wertvolle und schöne Erfahrungen machen und zudem ihren Eltern und Lehrern zeigen, was in ihnen steckt. „Es war schon so manches große Talent dabei“, erzählt Ray Lynch, der als Tänzer, Pädagoge und als Coach die Produktionen begleitet hat. Möglich waren diese übrigens nur durch die Unterstützung von vielen Spendern.

Begeisterung hielt an

Über all die Jahre hielt die Begeisterung der Mitwirkenden an, berichtet Kümmel. Allein 80 Jugendliche hätten sich für das zehnte Musical beworben. Auch diesmal standen 60 junge Menschen im Alter zwischen 7 und 18 Jahren auf der Bühne, allesamt Stuttgarter, die aus verschiedenen Ländern – aus der Türkei, Afghanistan, Italien, Syrien, aus dem Irak, Bulgarien, Portugal, Ungarn und Kurdistan, aus Nigeria, Uganda, Tschechien, dem Kosovo und Bosnien – und natürlich aus Deutschland stammen. Insgesamt mehr als 500 Kinder und Jugendliche konnten in zehn Musicalprojekten ihre Talente entdecken, sich künstlerisch erproben und Bühnenluft schnuppern. „Manche der Kinder haben bis zu fünf Mal mitgemacht“, berichtet Kümmel.

Das Stück wird am Sonntag, 13. Januar, um 16 Uhr noch einmal im Kulturhaus Arena aufgeführt. Karten gibt es an der Tageskasse oder telefonisch unter 0711/216-57 966.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: