Philip Spreen als Meister Eder (links) und Julian Häuser mit dem Pumuckl. Foto: Tobias Metz

60 Jahre hat der Pumuckl nun auf dem Buckel und ist doch so jung wie seine Fans. In Esslingen kommt er jetzt auf die Bühne. Bei Regisseur Jan Müller gründet der Kobold mit dem roten Haar eine Männer-WG mit Meister Eder.

Jan Müller hatte da mal so eine Idee: eine „Pumuckl“-Inszenierung ohne Pumuckl, das heißt, ohne sichtbaren Pumuckl. Denn eigentlich sieht ja nur der Meister Eder seinen Kobold mit dem roten Haar. Doch jetzt, wo der Spartenchef der Esslinger Jungen WLB selbst Regiehand an Ellis Kauts unverwüstlichen Kinderklassiker legt, wollte er das Publikum ab sechs Jahren doch lieber vor einer absehbaren Enttäuschung bewahren. Aber darstellerisch einfach vermenschlicht wird der freche Spaßmacher nicht, ein sichtbar anderes Wesen bleibt er doch: eine Puppe, für deren Belebung der Schauspieler Julian Häuser nebst Rollenspiel in kleineren Partien zuständig ist. Philip Spreen hingegen gibt ausschließlich den Meister Eder, einen recht jungen wohlgemerkt, der aus dem mächtigen Schatten Gustl Bayrhammers, des TV-Serien-Eders der 80er-Jahre, hervortreten und doch auch an ihn erinnern möge, sagt Regisseur Müller.

 

Unverwüstlicher Kinderklassiker

Denn 60 Jahre hat der Pumuckl nun auf dem Buckel, seit ihn die Münchner Autorin Kaut erfand – und immer noch ist er, verbunden mit Bayrhammers Eder und Hans Clarins Stimme, so jung wie die heutigen Kinder, die ihn als Kumpel von heute kennen, stellte Müller fest. Was übrigens auch für seine Schauspieler gilt: fürwahr ein generationenübergreifendes Phänomen aus dem Leimtopf Meister Eders.

Auf Augenhöhe mit Pumuckl

Dass er, der Ältere, im Esslinger Studio am Blarerplatz relativ jung ist, hat freilich seine eigene Bewandtnis: „Er und Pumuckl begegnen sich auf Augenhöhe“, sagt der Regisseur. „Sie wohnen zusammen wie in einer WG.“ Und daraus spreche – bei allem Spiel und Spaß mit Kobold-Chaos und Michael S. Kraus’ fahrbarer Bühne – denn doch auch eine Botschaft: „Es geht“, sagt Müller, „um das Zusammenleben, das Akzeptieren des Anderen, die eigenen Ansprüche und die Grenzen. Also die Frage: Was muss ich mitbringen – und was muss ich aushalten?“ Diese Fragen sollen in der Inszenierung einen Bogen spannen über die einzelnen Geschichten, ausgehend von den drei bekannten Eröffnungsepisoden, die den Pumuckl-Reigen in Gang bringen und denen drei weitere Koboldstreiche folgen.

Die Premiere beginnt an diesem Samstag, 9. April, um 16 Uhr im Studio am Blarerplatz der Esslinger Landesbühne. Nächste Vorstellungen: 10. April, 29. Mai.