Ein Spürhund im evakuierten Old Trafford-Stadion in Manchester. Foto: AFP

Ein abgesagtes Spiel und eine kontrollierte Sprengung im Stadion von Manchester United – ein verdächtiges Paket hat in England für Aufregung gesorgt. Die Hintergründe bleiben unklar.

Manchester - In England ist ein verdächtiges Paket im Fußball-Stadion von Manchester United nach der Räumung der Arena gesprengt worden. Bombenexperten hätten das Paket kontrolliert zur Explosion gebracht, teilte die Polizei am frühen Sonntagabend mit.

Dabei habe es sich um einen „unglaublich echt“ aussehenden Sprengsatz gehandelt, der aber „nicht funktionsfähig“ gewesen sei, teilte die Polizei am Sonntag über Twitter mit.

Das Stadion war am Nachmittag wenige Minuten vor Anpfiff des Erstliga-Spiels der Mannschaft des deutschen Nationalspielers Bastian Schweinsteiger gegen den AFC Bournemouth evakuiert worden. Medienberichten zufolge waren zu dem Zeitpunkt bereits rund 60.000 Zuschauer im Stadion Old Trafford, im dem rund 75.000 Menschen Platz haben. Ob der Vorfall einen terroristischen Hintergrund hat, blieb zunächst offen. Die Polizei kündigte nach der Sprengung an, in Kürze Details mitzuteilen.

Spürhunde und Bombenräum-Experten im Stadion

Zunächst hatte es 20 Minuten vor dem für 16.00 Uhr (MESZ) geplanten Anpfiff geheißen, es würden zwei Tribünen geräumt. Kurz darauf erklärte die Polizei, das Stadion sei komplett evakuiert worden. Bombenräum-Experten des Militärs seien vor Ort. Dem Verein zufolge wurden rund um den Fundort des Paketes Spürhunde eingesetzt. Das Spiel wurde abgesagt. Details zu dem Fund wurden zunächst nicht mitgeteilt. Die Polizei erklärte aber, sich die Entscheidung zur Absage nicht leicht gemacht zu haben. Am Ende habe die Sicherheit der Zuschauer Vorrang gehabt.

Das Thema Sicherheit bei Fußball-Großveranstaltungen ist derzeit hochaktuell. Nach den Terror-Anschlägen in Paris im November mit 130 Toten strebt die französische Regierung an, den Ausnahmezustand im Land während der Fußball-Europameisterschaft beizubehalten. Die EM in Frankreich beginnt am 10. Juni und dauert einen Monat. Es wird mit 2,5 Millionen Zuschauern in den Stadien gerechnet.

Aus Sicht des sportlichen Wettbewerbs ist die Absage des ManU-Spiels heikel. Der Sonntag war der letzte Spieltag in der Premier League. Der börsennotierte Verein hatte noch die Chance, den vierten Tabellenplatz und damit die Qualifikation für die finanziell äußerst lukrative Champions League zu erreichen. Um eine Verzerrung des Wettbewerbs zu verhindern, waren alle Spiele der Liga zeitgleich angesetzt gewesen. Wann das Spiel nachgeholt wird, blieb zunächst offen.

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