Uniform der US-Army: Ein Laster der US-Streitkräfte hat im Engelbergtunnel schlapp gemacht. Foto: Lichtgut/Julian Rettig

Ein Laster der US-Streitkräfte gibt in der Weströhre des Engelbergtunnels bei Leonberg den Geist auf. Geladen hat er gefährliche Fracht, was die Bergung kompliziert macht. Am Ende muss die Feuerwehr ran.

Der Engelbergtunnel ist am Donnerstagnachmittag bis in den Abend hinein komplett gesperrt gewesen, was für Verkehrschaos in und um Leonberg gesorgt hat. Ein Lastwagen war in der Weströhre in Fahrtrichtung Stuttgart liegengeblieben. Dabei handelte es sich aber um keinen gewöhnlichen Lkw. Es war ein Fahrzeug der US-Army, beladen mit gefährlichen Gütern. Das bestätigt Steffen Grabenstein, Sprecher des Polizeipräsidiums Ludwigsburg, auf Nachfrage. Am Donnerstagabend hatte Leonbergs Oberbürgermeister Martin Georg Cohn dies bereits in einer öffentlichen Ausschusssitzung mitgeteilt.

 

OB: Dem Laster ist der Sprit ausgegangen

Ob es sich bei der Fracht des Lasters um Sprengstoff, Munition oder anderes explosives Material handelte, konnte nicht zweifelsfrei geklärt werden. Wie Cohn berichtete, sei dem Lastwagen allerdings schlichtweg der Sprit ausgegangen. Polizei und auch Feuerwehr – letztere in Person des Leonberger Kommandanten Wolfgang Zimmermann – sprechen in ihren offiziellen Angaben von einem technischen Defekt.

Ebenfalls auf Aussagen von OB Cohn geht die Information zurück, dass sich Abschleppunternehmen geweigert hätten, den Laster aus dem Tunnel zu ziehen – was schlussendlich die Leonberger Feuerwehr habe übernehmen müssen. Am Ende stellten die Hilfskräfte den havarierten Lkw in der Rettungszufahrt über dem Südportal des Tunnels ab. Wie Steffen Grabenstein berichtet, rückten dort schließlich Mechaniker der US-Streitkräfte an und brachten das Fahrzeug wieder in Schuss.

Richtung Stuttgart geht fast zweieinhalb Stunden nichts mehr

Aufgrund der Sanierungs-Großbaustelle fließt der Verkehr in der Weströhre aktuell in beide Richtungen. Laut Petra Hentschel, Pressesprecherin der Autobahn GmbH Niederlassung Südwest, wurde die Weströhre um 16.33 Uhr gesperrt. „Bei Pannenfahrzeugen ist es üblich, zur Wahrung der Verkehrssicherheit die betroffene Tunnelröhre zu sperren“, so Hentschel. Auf Anforderung der Polizei sei um 16.40 Uhr schließlich der gesamte Tunnel dicht gemacht worden. Um 17.23 Uhr sei der Tunnel wieder freigegeben worden.

Bestand während der Sperrung eine konkrete Gefahrensituation aufgrund der Ladung des Lkw? Die Frage dazu lässt die Autobahn GmbH unbeantwortet.