In Autohäusern geht die Ware aus. Foto: dpa/Wenjun Chen

Bis sich die Verhältnisse auf dem Gebrauchtwagenmarkt normalisieren, wird es mindestens bis 2023 dauern, meint Wirtschaftsredakteur Markus Grabitz.

Stuttgart - Wer jetzt ein Auto braucht, muss tapfer sein und tief in die Tasche greifen. Der Markt für Gebrauchtwagen ist schwer gestört. Vor allem bei den jungen Gebrauchten, die für viele Kaufinteressenten eine Alternative zum Neuwagen sind, sind die Preise schon deutlich gestiegen. Aber auch bei Gebrauchten, die drei Jahre und älter sind, ist der Preisschub deutlich. Und die schlechte Nachricht ist: Die Preise werden weiter steigen.

 

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Da ein Ende des Engpasses bei der Chipversorgung auch 2022 nicht absehbar ist, werden die Produktionszahlen weiter vor sich hin dümpeln und dramatisch weniger Fahrzeuge aus dem Leasing-, Firmenwagen- und Werkmitarbeitergeschäft bei den Markenhändlern ankommen.

Die Perspektiven sind mau bis schlecht

Die Perspektiven für Kaufinteressenten sind mau: Frühestens Ende 2022 wird sich die Produktion von Neufahrzeugen wieder erholt haben. Und bis das höhere Angebot auf dem Markt für junge Gebrauchte durchschlägt, vergehen dann noch einmal mindestens sechs Monate. Die Zeiten, in denen Autokäufer von Rabattschlachten profitieren konnten, sind definitiv vorbei.

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Aber auch dem Handel stehen schwere Zeiten bevor: In den vergangenen Monaten konnte er die fehlenden Erträge aus dem Neuwagengeschäft noch ausgleichen, weil die Preise für Gebrauchte anzogen. Doch spätestens jetzt leiden die Händler unter der Mangelwirtschaft. Zusehends gehen ihnen auch die Gebrauchten aus. Verkäufer in den Autohäusern, die auf Provisionsbasis arbeiten und kaum mehr Fahrzeuge haben, die sie verkaufen können, machen sich Sorgen um ihre Einkünfte. Die Krise trifft eine Branche, die für schwere Zeiten schlecht gerüstet ist: Im Branchenschnitt machen Autohändler nur 1,4 Prozent Gewinn mit ihrem Umsatz. Man muss sich darauf einstellen, dass es in den nächsten zwölf Monaten zu Pleiten und einer deutlichen Marktbereinigung kommt.