Während der Winterzeit schließt die Wilhelma künftig früher am Abend als üblich. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

Preiserhöhungen sind unvermeidlich, der zoologisch-botanische Garten übertreibt aber bei der Höhe, kommuniziert das Ganze schlecht und wählt dann noch einen unpassenden Termin, findet unser Autor.

Stuttgart - Preiserhöhungen gehören zu den normalsten Dingen auf der Welt. Von daher betrachtet ist es kein großes Ding, wenn der Stuttgarter Zoo nach vier Jahren Stabilität den Obulus für den Eintritt erhöht. Auch die Wilhelma hat schließlich mit steigenden Preisen und Löhnen zu tun. Ungut sind in diesem Fall aber zwei Dinge. Zum einen die Art der Kommunikation: Offensichtlich war den Verantwortlichen nicht ganz wohl bei der doch sehr deutlichen Erhöhung, sonst hätte man die Verkündung wohl kaum im dritten Absatz einer Pressemitteilung unter der Überschrift „Goldener Herbst in der Wilhelma“ versteckt.

Den Grund für die Erhöhung deutlich kommunizieren

Zum anderen ist es die drastische Erhöhung der Preisgestaltung. Es stimmt zwar, dass die Eintrittspreise lange stabil waren, die Erhöhung ist aber derart deutlich, dass dies als Grund nicht reicht. Zumal das allgemeine Preisniveau in Deutschland in den vergangenen vier Jahren sehr viel langsamer angestiegen ist.

Die Erhöhung wird also nicht nur Kosten auffangen, sondern auch mehr Geld in die Kassen spülen. Auch das ist kein Verbrechen, die Wilhelma investiert ja in durchaus gemeinnützige und wertvolle Dinge. Nur sollte man es dann auch sagen und nicht von einer nötigen Preisanpassung sprechen. Aber damit tut man sich schwer. Wahrscheinlich weil es, wie der Förderverein kritisch anmerkt, zur Zeit nicht unbedingt rund läuft bei den großen Zukunftsprojekten. Eine Preiserhöhung mit dem Baustart eines der großen Vorhaben wie zum Beispiel der Elefantenwelt, hätte man weit besser verstanden. In Zeiten von Planverzögerungen derart heftig an der Preisschraube zu drehen, ist dagegen kein gutes Signal in Richtung Besucher und Förderer.

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