Autos sind aktuell teuer wie nie zuvor. Foto: imago images/Sven Simon/FrankHoermann

Für Verbraucher könnte es sich beim Gebrauchtwagenkauf lohnen, Geduld zu haben. Rabattschlachten wie früher kommen aber absehbar nicht wieder, kommentiert Erik Raidt.

Wer aktuell ein Auto kaufen will, braucht starke Nerven. Zumindest dann, wenn der Preis eine wichtige Rolle spielt. Kleinwagen für kleines Geld gibt es kaum: als Neuwagen nicht, weil viele Automobilhersteller ihr Angebot in diesem Segment ausdünnen. Bei den Gebrauchten sieht es auch mau aus – Händler melden, dass sich viele Kunden für günstige Fahrzeuge interessieren, sie aber kein entsprechendes Angebot haben, um diese Nachfrage bedienen zu können.

 

Noch wäre es übertrieben, davon zu sprechen, dass der Individualverkehr für viele zum Luxusgut wird. Fakt ist aber, dass sich etliche Menschen aus unteren Lohngruppen momentan schwer damit tun, ein neues oder auch nur ein gebrauchtes Fahrzeug anzuschaffen.

Wenn eine Online-Plattform für Gebrauchtwagen einen Durchschnittspreis von mehr als 28 000 Euro für ein Fahrzeug ermittelt, ist eines klar: Auch gebrauchte Kleinwagen sind für viele nicht mehr bezahlbar. Umso wichtiger ist für diese Gruppe ein preislich attraktiver öffentlicher Nahverkehr, damit sie nicht abgehängt werden. Dass sich die Einführung des 49 Euro-Tickets verspätet, ist für sie eine schlechte Nachricht.

Preisgünstiger ÖPNV ist wichtig

Für diejenigen, die sich demnächst einen Gebrauchtwagen zulegen wollen, könnte sich Geduld hingegen auszahlen: Etliche Hersteller sehen die Lieferkettenprobleme inzwischen etwas entspannter. Es ist absehbar, dass wieder mehr Neufahrzeuge auf den Markt kommen, zuletzt schwächte sich dadurch der Preisanstieg bei den Gebrauchten ab. Günstiger könnte es also werden – die Rabattschlachten aus der Zeit vor der Pandemie sind jedoch auf absehbare Zeit vorbei.