Erfolgreiche Operation: Oberarzt Wilko Staiger (links) und der Ärztliche Direktor Johannes Gahlen (rechts) mit Patientin Sevil Tüter.
 Foto: RKH

Am RKH-Klinikum Ludwigsburg wurde eine Frau mit einer neuen Herz-OP-Technik operiert. Schon nach wenigen Tagen, konnte sie das Krankenhaus wieder verlassen.

Ein besonderer medizinischer Erfolg ist dem RKH Klinikum Ludwigsburg laut einer Pressemitteilung gelungen: In der Klinik für Gefäßchirurgie wurde erstmals ein neuartiger Aorten-Stent eingesetzt. Der Eingriff erfolgte unter der Leitung des Ärztlichen Direktors Johannes Gahlen. Mit dieser Methode können gefährliche Erweiterungen der Hauptschlagader im Brustbereich behandelt werden, ohne den Brustkorb zu öffnen oder eine Herz-Lungen-Maschine einzusetzen. Für die Patientinnen und Patienten bedeutet das eine deutlich geringere körperliche Belastung.

 

Zum Hintergrund: Die Hauptschlagader, die sogenannte Aorta, ist das größte Blutgefäß des Körpers. Sie transportiert das Blut direkt vom Herzen in den gesamten Organismus. Kommt es zu einer krankhaften Ausdehnung der Gefäßwand, spricht man von einem Aneurysma – ähnlich einer kleinen Ausbeulung an einem Fahrradreifen.

Diese verursacht meist keine Beschwerden und bleibt deshalb oft lange unentdeckt. Wird sie jedoch zu groß, kann die Gefäßwand reißen – eine lebensbedrohliche Situation. Besonders schwierig ist die Behandlung, wenn der betroffene Bereich nahe am Herzen liegt, dort, wo wichtige Blutgefäße zum Gehirn und zu den Armen abzweigen.

Patientin ist überrascht

Laut der RKH-Pressemitteilung mussten solche Erkrankungen bislang häufig in einer großen Operation am offenen Brustkorb behandelt werden. „Früher war dies ein sehr belastender Eingriff mit langen Erholungszeiten“, erklärt Johannes Gahlen. Die neue Technik ist deutlich schonender. Dabei wird eine spezielle Gefäßstütze, ein sogenannter Stent, über kleine Schnitte in der Leiste und am Arm in die Hauptschlagader vorgeschoben. Dort wird sie exakt an der richtigen Stelle platziert und stabilisiert das geschwächte Gefäß von innen.

Das Besondere an dem nun eingesetzten Stent ist eine integrierte Abzweigung – einem sogenannten Branch. Sie sorgt dafür, dass wichtige Blutgefäße, die unter anderem den linken Arm versorgen, weiterhin durchblutet bleiben. Die Versorgung lebenswichtiger Organe ist während des gesamten Eingriffs gesichert.

Erstmals wurde das Verfahren bei der Patientin Sevil Tüter angewendet. Sie zeigte sich im Nachhinein erleichtert: „Ich hatte großen Respekt vor der Operation, aber das Team hat mir viel Sicherheit gegeben. Dass ich mich so schnell erholt habe, hat mich selbst überrascht.“ Bereits nach wenigen Tagen konnte sie das Krankenhaus wieder verlassen.